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22.04.2015

09:47 Uhr

25 Jahre Hubble-Teleskop

Weltraum-Dino feiert Geburtstag

Kaum im Weltraum, benötigte das Hubble-Teleskop eine Brille. Erst nach einer Reparatur durch Nasa-Astronauten begann die Erfolgsgeschichte des Weltraumteleskops, die auch 25 Jahre nach dem Start noch nicht beendet ist.

Im Lauf seiner 25 Jahre im All wurde das Hubble-Teleskop mehrfach gewartet. Hier arbeiten die US-Astronauten Steven L. Smith und John M. Grunsfeld während einer Service-Mission im Dezember 1999 an dem Teleskop. ap

Wartungsarbeiten im All

Im Lauf seiner 25 Jahre im All wurde das Hubble-Teleskop mehrfach gewartet. Hier arbeiten die US-Astronauten Steven L. Smith und John M. Grunsfeld während einer Service-Mission im Dezember 1999 an dem Teleskop.

Garching/Baltimore/BerlinSchwarze Löcher, schillernde Gasnebel, ferne Planeten: Das Weltraumteleskop Hubble hat unser Bild vom Kosmos verändert. Mehr als eine Million Beobachtungen hat das fliegende Observatorium bereits gemacht, fast 13.000 wissenschaftliche Fachveröffentlichungen sind dazu erschienen.

Seit 25 Jahren umkreist das Weltraumteleskop in 540 Kilometern Höhe die Erde. Am 24. April 1990 startete das nach dem US-Astronomen Edwin Hubble (1889-1953) benannte Teleskop an Bord des Spaceshuttles Discovery vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral ins All, einen Tag später, am 25. April, wurde es im Orbit ausgesetzt.

„Trotz eines holperigen Auftakts haben die Erfolge des Teleskops alle Erwartungen übertroffen“, urteilt Lars Lindberg Christensen, Leiter des Informationszentrums der Europäischen Südsternwarte Eso in Garching bei München, zu dem auch das europäische Hubble-Informationszentrum gehört. Mit Hubble haben Astronomen das Alter des Universums bestimmt, zum ersten Mal die Atmosphäre eines Planeten bei einem anderen Stern untersucht und in den Tiefen des Weltraums die ersten Galaxien nach dem Urknall aufgespürt.

Highlights der Hubble-Mission

Das Alter des Universums

Das Weltall dehnt sich aus, wie der Namenspatron des Weltraumteleskops, der US-Astronom Edwin Hubble, Ende der 1920er Jahre entdeckte. Das Weltraumteleskop bestimmte diese Ausdehnungsgeschwindigkeit so genau wie nie zuvor und damit das Alter des Universums auf 13,7 Milliarden Jahre. Spätere Beobachtungen mit dem Satelliten Planck korrigierten diesen Wert auf 13,82 Milliarden Jahre.

Der tiefste Blick ins All

Ende 1995 richtete das Weltraumteleskop seine Kamera mehr als 100 Stunden lang auf einen kleinen, scheinbar nahezu leeren Himmelsbereich im Sternbild Großer Bär. Das Ergebnis versetzte die Astronomen in Erstaunen: Auf der Langzeitbelichtung des „Hubble Deep Field“ waren mehr als 3000 ferne Galaxien zu sehen. Es folgten weitere, zum Teil noch längere Belichtungen. Das „Hubble eXtreme Deep Field“ von 2012 gilt als bislang tiefster Blick ins sichtbare Weltall. Es zeigt einige der ersten Galaxien, die nach dem Urknall entstanden sind.

Schwarze Löcher

Vor dem Start von Hubble hatten Astronomen keine Möglichkeit, ihre Theorien zu Schwarzen Löchern zu überprüfen. Das Weltraumteleskop konnte die Existenz supermassereicher Schwarzer Löcher in den Zentralbereichen großer Galaxien belegen, indem es die Bewegung einzelner Sterne verfolgte. Wie sich herausstellte, gibt es nahezu in jeder Galaxie ein supermassereiches Schwarzes Loch.

Exoplaneten

Als das Weltraumteleskop 1990 gestartet wurde, waren Planeten bei anderen Sternen noch nicht entdeckt. Inzwischen haben Astronomen rund 2000 solcher Exoplaneten gefunden. Wegen der Nähe zu ihren hell leuchtenden Zentralsternen sind solche Planeten im sichtbaren Licht aber nahezu unsichtbar. Hubble konnte mit seiner Detailschärfe das erste Bild eines Exoplaneten liefern und sogar die Atmosphäre eines Exoplaneten untersuchen.

Sternfabriken

Mit dem fliegenden Observatorium haben Astronomen detailliert in Sternentstehungsregionen gespäht, wo neue Sonnen sich aus Gas- und Staubwolken zusammenballen. Diese kosmischen Kreißsäle sind in der Regel hinter dichten Staub- und Gasschichten verborgen. Mit seiner Infrarotkamera kann Hubble, ähnlich wie andere Weltraumteleskope, durch diese Staubvorhänge blicken.

Ohne den störenden Einfluss der Erdatmosphäre konnte das Omnibus-große Weltraumteleskop viele Beobachtungen machen, die so vom Erdboden aus nicht möglich gewesen wären. „Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass Hubble unser Wissen über das Universum umgekrempelt hat“, so Christensen. Zwar gibt es heute erdgestützte Teleskope, bei denen Computer die Störungen der Erdatmosphäre weitgehend aus den Bildern „herausrechnen“ und so vergleichbar scharfe Aufnahmen liefern. Zur Zeit des Hubble-Starts fehlte es aber noch an Großteleskopen mit dieser sogenannten adaptiven Optik.

Der Start des Projekts Hubble verlief allerdings alles andere als reibungslos. Schon früh hatten die Planer mit Widerständen zu kämpfen: Verschiedene einflussreiche Astronomen hätten die für Hubble veranschlagten 300 Millionen Dollar lieber für 20 erdgebundene Teleskope vom Typ des Mount-Palomar-Observatoriums ausgegeben, wie sich der Astronom Robert O'Dell von der Vanderbilt-Universität in Nashville erinnert. Tatsächlich kostete das Weltraumteleskop, an dem auch die europäische Raumfahrtagentur Esa mit 15 Prozent beteiligt ist, ungefähr das Vierfache, bis es 1990 im Erdorbit stationiert wurde.

Zwei Monate nach dem Start folgte der Schock: Hubbles 2,4 Meter großer Hauptspiegel war falsch geschliffen. Zwar ließ sich der optische Fehler rechnerisch korrigieren, das Weltraumteleskop sah damit jedoch nicht schärfer als erdgebundene Teleskope. Dreieinhalb Jahre später installierten Astronauten dann eine Korrekturoptik an dem Weltraumteleskop – Hubble bekam eine Brille.

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