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03.06.2011

09:01 Uhr

365 Tage Isolation

Rekordleistung bei virtueller Mars-Mission

Es ist das bislang aufwendigste Mars-Experiment der Geschichte: Seit einem Jahr stellen sechs Männer in einem abgeschotteten Container einen Flug zum Roten Planeten nach. Sie können einen ersten Erfolg verbuchen.

Blick auf den Aufbau des Experiments in Moskau. In diesen Containern müssen die Teilnehmer der Mars500-Mission mehr als 500 Tage ausharren. Quelle: dpa

Blick auf den Aufbau des Experiments in Moskau. In diesen Containern müssen die Teilnehmer der Mars500-Mission mehr als 500 Tage ausharren.

Moskau365 Tage Isolation, rund um die Uhr überwacht von Kameras - und alles im Dienste der Wissenschaft: Sechs Freiwillige simulieren seit einem Jahr in Moskau einen Flug zum Mars und zurück. Was wie eine Folge der TV-Show „Big Brother“ klingt, nennt sich Mars500 - und soll Forschern rund um den Globus wichtige Erkenntnisse bringen. Denn wenn der Traum vom bemannten Flug zum Roten Planeten wahr werden soll, muss jedes Detail stimmen.

Außerhalb des „Raumschiffs“ auf dem Gelände des Instituts für biomedizinische Fragen (IMBP) schwärmen die Beobachter von den sechs Männern aus Russland, Frankreich, Italien und China. „Die Crew hat mit dem Experiment eine wirkliche Rekordleistung vollbracht“, lobt Peter Gräf vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das an dem Projekt beteiligt ist. „Die Männer haben 365 Tage lang konstant Leistung gebracht“, sagt Gräf im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa über das bislang aufwendigste Mars-Experiment in der Geschichte der Raumfahrt.

Verschiedene Probleme hat sich die „Bodenstation“ ausgedacht, mit denen sie die Besatzung stets auf Trab hält. Erst vor kurzem kappte die Projektleitung für knapp eine Woche alle Leitungen in das 180 Quadratmeter große Containersystem. Nun waren die „Raumfahrer“ endgültig auf sich allein gestellt, konnten nicht einmal mehr mit ihren Betreuern kommunizieren. Eine „Erfahrung, die ich wirklich nicht empfehlen kann“, schrieb der italienische Teilnehmer Diego Urbina (28) danach beim Kurznachrichtendienst Twitter.

Doch trotz solcher Herausforderungen ist seit dem Beginn des Experiments am 3. Juni 2010 noch kein Proband ausgestiegen - obwohl dies jederzeit möglich ist. „Die sind mit allen eingespielten Schwierigkeiten toll fertig geworden“, lobt DLR-Projektleiter Gräf. Auch einen Stromausfall musste die Crew eigenhändig meistern.

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