Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.08.2015

12:00 Uhr

3D-Druck

Flugzeugteile aus dem Drucker

3D-Drucker haben das Potenzial, viele Wirtschaftszweige zu revolutionieren. Im Bremer Airbus-Werk wird heute schon an dem geforscht, was sich morgen durch die 3D-Technik bei teuren Hightech-Flugzeugen verändern wird.

Peter Sander, Vizepräsident der Abteilung "Neue Technologien und Konzepte" bei Airbus, mit einer per 3D-Druck hergestellten Flügelklappe. Angesichts der technischen Möglichkeiten von 3D-Druckern setzt der Airbus-Konzern wieder auf die eigene Fertigung von Bauteilen. dpa

Airbus setzt auf 3D-Druck

Peter Sander, Vizepräsident der Abteilung "Neue Technologien und Konzepte" bei Airbus, mit einer per 3D-Druck hergestellten Flügelklappe. Angesichts der technischen Möglichkeiten von 3D-Druckern setzt der Airbus-Konzern wieder auf die eigene Fertigung von Bauteilen.

BremenPeter Sander ist bei Airbus der Mann für die Zukunft. Mit einem fünfköpfigen Kernteam und etwa 60 Mitarbeitern im weltweiten Airbus-Reich tüftelt der Daniel Düsentrieb von Europas größtem Flugzeugbauer an der Industrie-Welt von morgen. Und die hat es in sich.

„Wir stellen den gesamten Produktionsprozess auf den Kopf“, sagt der braun gebrannte Hobby-Segler ganz unbescheiden. Der 58-Jährige ist bei Airbus unter anderem für die Einführung des 3-D-Drucks in die Flugzeugproduktion zuständig. Er hat die Philosophie des Konzerns gekippt, Bauteile nur noch von Zulieferern zu beziehen.

„Es ist bereits entschieden, dass Airbus künftig zehn Prozent seiner Bau- und Ersatzteile selbst herstellen will“, sagt der frühere Hamburger Leiter der A380-Produktion. Airbus hat dafür eigene 3D-Drucker gekauft und will weitere erwerben. Sander: „2016 beginnen wir damit dann mit der Serienproduktion von Bauteilen aus Titan, Mitte 2016 aus Edelstahl und ab 2017 aus Aluminium.“

Gerade schaut sich Sander einen neuen Drucker-Typ in Südafrika an: „Bei der Firma AeroSud steht der weltweit bisher leistungsstärkste 3D-Drucker.“ Komponenten von zwei Metern Länge seien damit produzierbar.

Das Wort Drucker ist allerdings irreführend: die mit Aluminium- oder anderem Metallpulver befüllten Industriegeräte drucken nicht, sondern bauen dreidimensionale Werkstücke schichtweise auf, nachdem das eingescannte Bauteil im Rechner zum digitalen Modell verarbeitet wurde. Die Branche spricht daher von „Additive Layer Manufacturing“ (ALM) - der in Schichten aufbauenden Fertigung.

Bauteile werden also nicht mehr aufwendig aus einem Block herausgefräst, sondern Millimeter für Millimeter aufgebaut. Dabei sind laut Airbus bis zu 90 Prozent Materialersparnis möglich - und Strukturen, die bei gleicher oder besserer Stabilität leichter und filigraner sind.

Sander, der sich gerne von der Natur inspirieren lässt, verweist auf das Modell einer Flügelklappe. Das Metallstück besteht nicht mehr aus vernieteten Metallspanten, sondern aus einem Guss. An der Unterseite hat es die stabilen Strukturen einer Seerose. Es ist preisgünstiger, leichter und stabiler und könnte ab 2018 in Serienfertigung gehen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×