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12.04.2011

08:18 Uhr

50 Jahre Menschheitstraum

Fast wäre Gagarins Flug gescheitert

Stern-Stunde der Menschheit: An diesem Dienstag feiert Russland groß den 50. Jahrestag von Gagarins historischem Weltraum-Flug. Fast wäre die Mission schiefgegangen, verrät ein Konstrukteur.

Der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin in seinem Raumanzug kurz vor seinem Start zum ersten bemannten Weltraumflug. Gagarin umkreiste am 12.04.1961 in der Raumkapsel Wostok als erster Mensch die Erde. Quelle: dpa

Der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin in seinem Raumanzug kurz vor seinem Start zum ersten bemannten Weltraumflug. Gagarin umkreiste am 12.04.1961 in der Raumkapsel Wostok als erster Mensch die Erde.

Moskau/WashingtonMit zahlreichen Festveranstaltungen feiert Russland heute (Dienstag) den historischen Flug des sowjetischen Kosmonauten Juri Gagarin vor genau 50 Jahren als Beginn der bemannten Raumfahrt. Der damals 27 Jahre alte Offizier der Armee war am 12. April 1961 mit seiner Wostok-Raumkapsel von der kasachischen Steppe aus ins All gestartet. Gagarin landete nach insgesamt 108 Minuten unverletzt auf einem Acker an der Wolga. Für Moskau war der legendäre Flug ein wichtiger Punktsieg im Wettlauf der Supermächte Sowjetunion und USA um die Vorherrschaft im All.

Der legendäre russische Raketenkonstrukteur Boris Tschertok (99) verriet am Montag bei einer Feierstunde in Moskau, dass es beim ersten Flug eines Menschen ins Weltall elf „mehr als bedrohliche“ Momente gegeben habe. „Nach den heutigen Sicherheitsstandards hätte Gagarin nie fliegen dürfen“, sagte der Experte für Steuerungssysteme.

„Als wir Gagarin vor dem Start gewogen haben, war er mit seinem Kosmonautenanzug plötzlich 14 Kilogramm zu schwer für die Kapsel“, sagte Tschertok. „Also bauten wir alles „Überflüssige“ aus - Drucksensoren, Temperaturmesser, jede Menge Kabel.“ Verpflegung für zehn Tage blieb aber an Bord, sagte er nach Angaben der Agentur Interfax. „Wir mussten damit rechnen, dass der Motor im All ausfällt. Dann wäre die Kapsel erst nach rund sieben Tagen heruntergefallen.“

Nach Angaben der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos waren seit Gagarins historischem Flug insgesamt fast 500 Männer und Frauen aus rund 40 Ländern im All. „Wir sind stolz darauf, dass ein Russe am Anfang dieser internationalen Zusammenarbeit steht“, sagte Roskosmos-Chef Anatoli Perminow. Gagarin starb 1968 bei einem Flugzeugabsturz bei Moskau.

Deutscher Reiter erhält Kreml-Orden

Der deutsche Astronaut Thomas Reiter (52) erhält am 50. Jahrestag von Juri Gagarins historischem Weltraumflug in Moskau einen russischen Orden. Dazu werde Reiter, der je ein halbes Jahr auf den Raumstationen Mir und ISS verbrachte, an diesem Dienstag mit anderen Raumfahrern im Kreml empfangen, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa. Reiter war zuletzt 2006 im All. Der in Frankfurt am Main geborene Astronaut hatte 1996 bereits vom damaligen Kremlchef Boris Jelzin „wegen Mut und Heldentum“ in Moskau den Freundschaftsorden erhalten.

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