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05.06.2014

10:41 Uhr

70 Jahre D-Day

Materialschlacht um die Normandie

VonThomas Hanke

Ihren Erfolg bei der Landung in der Normandie im Juni 1944 verdankten die Alliierten nicht nur dem Einsatz ihrer Soldaten, sondern auch vielen gewagten technischen Lösungen – und einer raffinierten Irreführung.

Die wahre Geschichte

Vor 70 Jahren: Was geschah wirklich am D-Day?

Die wahre Geschichte: Vor 70 Jahren: Was geschah wirklich am D-Day?

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ParisAm frühen Morgen des 6. Juni 1944 stürmten tausende Soldaten aus Landungsbooten durch das Wasser von Utah Beach ganz im Westen der Seine-Bucht bis zu Sword Beach im Osten. Mit der Landung der Alliierten an den Stränden der Normandie begann die Befreiung von Westeuropa.

Junge Soldaten, die durch tiefes Wasser an Land waten, noch auf den Schiffen von deutschen MG-Schützen erschossen werden, notdürftig hinter Panzersperren Schutz suchen – jeder kennt die Bilder aus unzähligen Filmen. Die Landung war nur der Anfang. Es folgte eine fast dreimonatige Schlacht um die Normandie, die auf beiden Seiten mit unglaublicher Härte geführt wurde. Die täglichen Opferzahlen waren sogar höher als an der Ostfront.

Dennoch waren der D-Day und die folgenden Operationen kein rein militärisches Geschehen. Hinter den Soldaten standen Ingenieure und Techniker, die diese größte Militäroperation der Geschichte erst möglich machten. Ohne ihre zum Teil überraschenden und gewagten Lösungen hätten Amerikaner, Briten und Kanadier nie in so kurzer Zeit das nötige Material und vor allem genügend Soldaten an Land bringen können.

Die Alliierten suchten seit 1942 nach Mitteln und Wegen, verlässliche Brückenköpfe an der von den Deutschen in mehreren Jahren stark befestigten französischen Küste zu errichten. Dabei hatten sie zunächst ein geographisches wie militärisches Problem zu lösen: Die Landungszone durfte nicht sehr weit von England entfernt sein, damit die Überfahrt nicht zu lange dauerte und die Landungsboote überforderte. Doch die Einnahme großer, relativ nahe gelegener Häfen wie Le Havre, Dieppe oder Cherbourg schien den Alliierten zu riskant. 1942 war der Angriff tausender britischer Soldaten auf Dieppe zu einem blutigen Desaster geworden, weil sie die stark befestigten Stellungen der Deutschen nicht einnehmen konnten.

Desinformation durch das Phantasie-Hauptquartier

Die Wahl der Alliierten fiel letzten Endes auf die Seine-Bucht und nicht auf die Kanalküste, wie von Hitler erwartet. Bis in den Juni hinein,  als die Angriffe längst im Gange waren, glaubte die Führung der Wehrmacht, das sei nur ein Ablenkungsmanöver, die „wirkliche“ Invasion würde  im Pas de Calais stattfinden.

Darin wurden sie von raffinierten Falschinformationen der Alliierten bestärkt. Die Alliierten stellten fiktive Einheiten auf, bauten Gummipanzer und Schiffsattrappen. Sie richteten zwei vermeintliche Armee-Hauptquartiere ein, die einen fleißigen Funkverkehr miteinander unterhielten, den die Nazis begierig abhörten – im Glauben, die wirklichen Headquarter zu belauschen. Die Briten ließen sogar vor Gibraltar eine Leiche ins Wasser werfen, angeblich ein hoher Offizier, ausgestattet mit falschen Papieren, die von Landungsvorbereitungen an der Kanalküste berichteten.

Francos Geheimdienst fischte den Fake prompt aus dem Wasser und übergab ihn den Deutschen, die zunächst misstrauisch waren, dann aber anbissen und die „hoch geheimen“ Informationen nach Berlin meldeten. Vor der Invasion kam also die Diversion, und sie war nicht weniger ausgeklügelt als die eigentliche Militäroperation.

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