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20.02.2017

11:41 Uhr

AAAS-Konferenz in Boston

Trump-Proteste bei weltgrößtem Forschertreffen

Das weltgrößte Wissenschaftstreffen AAAS ist normalerweise eine eher unpolitische Veranstaltung. Aber in Zeiten von Donald Trump ist das anders. Viele Forscher sorgen sich um ihre Zukunft, andere rufen zu Protesten auf.

5000 „Ask for Evidence“-Anstecker hat die AAAS unter den Teilnehmern des weltgrößten Wissenschaftskongresses verteilen lassen. dpa

Frag nach Beweisen

5000 „Ask for Evidence“-Anstecker hat die AAAS unter den Teilnehmern des weltgrößten Wissenschaftskongresses verteilen lassen.

BostonDer Raum ist so voll, dass die Organisatoren niemanden mehr hineinlassen können. Kurzfristig werden ein zweiter Raum mit Monitor-Übertragung und ein Online-Livestream eingerichtet, Hunderte Menschen verfolgen dort die Diskussionsrunde. Thema: „Die Verteidigung der Wissenschaft und der wissenschaftlichen Integrität in Zeiten von Donald Trump“.

Es ist eine von vielen Diskussionsrunden auf der derzeit laufenden weltgrößten Wissenschaftskonferenz AAAS (American Association for the Advancement of Science) in Boston. Sie drehen sich um den umstrittenen neuen US-Präsidenten, die viel debattierten „Fake News“ oder das Selbstverständnis der Forscher in diesen unruhigen Zeiten – und alle sind sie völlig überfüllt.

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Normalerweise ist das Jahrestreffen der AAAS, die auch das Fachjournal „Science“ herausgibt, eine relativ unpolitische Angelegenheit. Wissenschaftler präsentieren und diskutieren ihre Ergebnisse. Aber in diesem Jahr hängt der Schatten Donald Trumps auch über der Kongresshalle im Zentrum von Boston. 9000 neue Mitglieder hat die AAAS seit Januar dazubekommen – deutlich mehr als üblich in diesem Zeitraum.

Trump hat den Klimawandel einst als erfundene „Ente“ bezeichnet und ist dafür bekannt, dass er Wissenschaft bestenfalls ignoriert, schlimmstenfalls offen ablehnt. Auch ein von Trump vorangetriebenes Einwanderungsverbot für Menschen aus bestimmten Ländern würde die international aufgestellte Forschergemeinde hart treffen. Viele Wissenschaftler sind wütend – und haben gleichzeitig Sorge, dass ihre Forschungsfreiheit und Finanzierung künftig stark eingeschränkt werden könnte.

Viele der bisherigen Entscheidungen der Trump-Regierung seien „sehr besorgniserregend“, sagt die derzeitige AAAS-Präsidentin Barbara Schaal dann auch gleich in ihrer Eröffnungsrede. „Viele von uns finden momentan, dass es wichtig ist, etwas zu sagen. Nicht als Individuen mit politischer Agenda – auch wenn wir natürlich alle politische Meinungen haben – sondern als Forscher, die sich für Regeln einsetzen, die die Wissenschaft voranbringen.“

5000 Anstecker mit der Aufschrift „Frag nach Beweisen“ hat die AAAS unter den rund 10.000 Teilnehmern aus fast 60 Ländern verteilen lassen. Viele tragen zudem Buttons mit Aufschriften wie „Steh' auf für die Wissenschaft!“. Für Sonntag hatten die Forscher zu einer Protestkundgebung auf einem Platz in Boston aufgerufen. Auch für den geplanten „Marsch für die Wissenschaft“ im April in Washington wird immer wieder geworben.

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