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07.06.2014

10:43 Uhr

Altamerikanische Hochkultur

Rätselhafte Maya-Hieroglyphen

Neben beeindruckenden Ruinen haben die Maya uns auch 800 Schriftzeichen hinterlassen. Nur ein Teil konnte bislang entziffert werden. Forscher wollen die Hieroglyphen nun entschlüsseln – eine Sisyphos-Arbeit.

Neben eindrucksvollen Ruinen wie hier im mexikanischen Palenque haben die Maya auch rund 800 Schriftzeichen hinterlassen. dpa

Neben eindrucksvollen Ruinen wie hier im mexikanischen Palenque haben die Maya auch rund 800 Schriftzeichen hinterlassen.

DüsseldorfDie Maya bauten gigantische Pyramiden, waren Meister im Rechnen – und sie hinterließen rund 800 rätselhafte Schriftzeichen. Jetzt wollen Forscher der Universität Bonn die Hieroglyphen der Maya erforschen und ein „Wörterbuch des Klassischen Maya erstellen“. Auf 15 Jahre ist das Forschungsprojekt terminiert.

Es wird eine echte Sisyphos-Arbeit. Denn um das Ziel zu erreichen, will das zehnköpfige Forscherteam rund 10.000 Inschriften aus der Zeit von 250 v. Chr. bis 900 n. Chr. erschließen und digitalisieren. Darauf basierend soll dann das Wörterbuch als Datenbank und in gedruckter Form erstellt werden. Es soll den gesamten Sprachschatz der Maya abbilden.

„Der Schlüssel für die Schrift muss noch gefunden werden, um einen Einblick in die alte indianische Kultur vor der Ankunft der europäischen Eroberer zu bekommen“, so Nikolai Grube, der Leiter des Projekts.

Auch die Grammatik und Rechtschreibung der alten Maya-Sprache soll erforscht werden. Hilfreich ist dabei, dass heute noch etwa sechs bis acht Millionen Menschen in Mexiko und Guatemala rund 30 Maya-Sprachen beherrschen. Durch Sprachvergleiche wollen die Forscher das klassische Maya rekonstruieren.

„Weltweit sind wir in Bonn das Forschungszentrum für die Entzifferung der Maya-Schriften“, sagt der Altamerikanist Grube nicht ohne Stolz. Gefördert wird das Langzeitvorhaben mit insgesamt 5,4 Millionen Euro von Bund und Ländern.

30 bis 40 Prozent der Maya-Zeichen gelten als noch nicht entziffert. Einige Texte seien bereits entschlüsselt worden, andere aber noch gar nicht. „Es ist wie ein Kreuzworträtsel“, sagt Grube. „Je mehr man gelöst hat, umso einfacher wird das Ausfüllen der weißen Felder.“ Aber an einigen Stellen beiße man sich dann doch die Zähne aus. Inzwischen fanden die Wissenschaftler zumindest heraus, dass es einen Ost- und einen Westdialekt der Maya gab.

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