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26.09.2011

10:18 Uhr

Altersforschung

Jungbrunnen gesucht

VonHartmut Wewetzer
Quelle:Tagesspiegel

Studien wecken Zweifel am Traubenwirkstoff Resveratrol und angeblichen Methusalem-Genen. Forscher befinden sich weiterhin auf der Suche nach einem Wundermittel gegen das Altern.

Trauben in einem Weinberg zwischen Bensheim und Heppenheim. Studien wecken Zweifel am Traubenwirkstoff Resveratrol. dpa

Trauben in einem Weinberg zwischen Bensheim und Heppenheim. Studien wecken Zweifel am Traubenwirkstoff Resveratrol.

BerlinDie Menschen in den wohlhabenden Industrienationen leben immer länger. Aber mit dem Alter nehmen auch die chronischen Krankheiten zu, aus Lebenslust wird Last. So verwundert es nicht, dass in den vergangenen Jahren der Wettlauf um eine Pille gegen das Altern Aufsehen erregte. Im Zentrum stehen dabei die Sirtuine, eine Gruppe von Proteinen (Eiweißen), die den Stoffwechsel vor Stress schützen. Wissenschaftler hoffen, mit Hilfe der Sirtuine das Alter hinauszuzögern und den Menschen ein längeres Leben zu schenken. Doch diese Erwartungen haben nun einen erheblichen Dämpfer erhalten.

Wie ein internationales Forscherteam um David Gems vom University College London im Fachblatt „Nature“ berichtet, werden die Sirtuine vermutlich zu Unrecht mit einem langen Leben in Verbindung gebracht. Die Hoffnungen auf einen Jungbrunnen aus der Retorte sind damit in weitere Ferne gerückt.

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Sirtuine sind körpereigene Enzyme, biologische Reaktionsbeschleuniger in der Zelle. Säugetiere wie der Mensch besitzen sieben verschiedene Sirtuine, die sich in ähnlicher Form schon in Hefezellen, Würmern und Taufliegen finden. Bei ihnen wurde die Wirkung der Sirtuine überwiegend studiert. Man weiß aus diesen Untersuchungen, dass Sirtuine Abschnitte des Erbguts zeitweise stilllegen.

Bei Säugetieren ist besonders das Sirtuin Sirt1 bedeutsam. Es sitzt im Zellkern und beeinflusst wichtige Transkriptionsfaktor, indem es diese chemisch leicht verändert. Transkriptionsfaktor sind Genschalter, die ihrerseits viele verschiedene Erbanlagen steuern. Gene, die zum Beispiel wichtig für den Stoffwechsel, das Funktionieren der biologischen Uhr und für das Altern sind. Auch der Umgang mit Stress, Erbgutschäden und Entzündungen wird durch Sirt1 beeinflusst. Grob gesagt: Sirtuine fahren den Zellstoffwechsel auf Sparflamme herunter und verlängern auf diese Weise das Leben – hoffentlich.

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