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31.10.2014

11:45 Uhr

Amphibien

Eingeschleppter Pilz löst Massensterben aus

Der weltweite Handel mit asiatischen Salamandern und Molchen für die private Tierhaltung hat offenbar katastrophale Folgen für deren europäische Verwandte: Sie werden von einem eingeschleppten Pilz getötet.

Ein Feuersalamander, der mit dem Pilz Batrachochytrium salamandrivorans infiziert ist. Der Pilz bedroht die Bestände europäischer Salamander und Molche. dpa

Ein Feuersalamander, der mit dem Pilz Batrachochytrium salamandrivorans infiziert ist. Der Pilz bedroht die Bestände europäischer Salamander und Molche.

MerelbekeEine Pilzerkrankung bedroht die Bestände europäischer Salamander und Molche. Der Hautpilz wurde vermutlich mit dem Tierhandel aus Asien eingeschleppt, wie ein internationales Forscherteam im Fachmagazin „Science“ berichtet. In den Niederlanden und in Belgien kam es mehrfach zu Ausbrüchen der Pilzerkrankungen, von der vor allem Feuersalamander heimgesucht werden.

Wissenschaftler aus Belgien hatten bereits vergangenes Jahr den Pilz Batrachochytrium salamandrivorans, den „Salamanderfresser“, als Ursache des mysteriösen Sterbens ausgemacht. In der nun vorgestellten Studie haben sie die Gefährlichkeit und Verbreitung des Erregers genau untersucht.

Sie infizierten zunächst 35 Arten von Froschlurchen, Schwanzlurchen und Schleichenlurchen absichtlich mit Pilzsporen. Zu den Froschlurchen zählen Frösche und Kröten. Nur die Schwanzlurche, zu denen Salamander und Molche gehören, erkrankten. Viele von ihnen starben.

Als nächsten testeten die Forscher, wie verbreitet der Pilz im Freiland ist. Sie suchten auf der Haut von mehr als 5000 Amphibien von vier Kontinenten nach genetischen Spuren des Pilzes. Wiederum wurden sie nur bei den Schwanzlurchen fündig. Und zwar nur bei Schwanzlurchen aus Ostasien, wo der Pilz den Tieren keine Probleme bereitet, und bei Schwanzlurchen aus den Niederlanden und Belgien, wo Krankheitsausbrüche festgestellt worden waren.

Weitere Experimente belegten, dass einige asiatische Salamander eine Infektion überstehen und erfolgreich bekämpfen können. Diese Ergebnisse sprechen dafür, dass der Pilz ursprünglich aus Asien stammt und sich die dortigen Schwanzlurche an ihn angepasst haben, schreiben die Wissenschaftler. Dort wurde der Pilz auch bei hundertjährigen Museumsexemplaren gefunden.

Die Forscher vermuten, dass der Pilz über den Tierhandel nach Europa kam. In drei Exemplaren eines vietnamesischen Krokodilmolchs, von denen zwei 2010 nach Europa importiert worden waren, konnten sie den Pilz auch nachweisen.

Kommentare (1)

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G. Nampf

31.10.2014, 12:23 Uhr

Kann so ein Pilz nicht einmal (zur Abwechslung) unsere Politiker befallen? Denn anders als diese haben die Amphibien Mitleid verdient

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