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26.01.2005

19:10 Uhr

Arbeitseinsatz der ISS-Besatzung

Riskantes Außenmanöver im All

Die beiden Raumfahrer auf der Internationalen Raumstation ISS haben am Mittwoch einen fünfeinhalbstündigen Arbeitseinsatz im offenen Weltraum erfolgreich durchgeführt.

Die internationale Raumstation ISS

Stützpunkt der Menschheit im All: Die internationale Raumstation ISS.

HB MELBOURNE. Die beiden Männer installierten an einem Service-Modul der Station eine Arbeitsplattform mit einem in Deutschland hergestellten Roboterarm, mit dessen Hilfe künftig weitere technische Experimente ausgeführt werden können. Bei dem Ausstieg ins All handelte es sich um ein riskantes Manöver, da die ISS während des Weltraumaufenthalts seiner beiden Insassen lediglich vom Boden aus kontrolliert werden konnte. Wegen des nach dem Absturz der US-Raumfähre „Columbia“ angeordneten vorläufigen Stopps weiterer amerikanischer Flüge fehlt der ursprünglich vorgesehene dritte Astronaut an Bord.

Das Manöver wurde von der russischen Flugkontrolle begleitet und live vom Fernsehen der US-Raumfahrtbehörde Nasa übertragen. Bei ihrem Außeneinsatz unterstützten die Raumfahrer auch die Ingenieure auf der Erde bei der Behebung von Schwierigkeiten mit dem Sauerstoff-Generator. Der US-Astronaut Leroy Chiao und der russische Kosmonaut Salischan Scharipow waren in ihre Raumanzüge geschlüpft und hatten um 8.43 Uhr MEZ die Luke am Anlegemodul Pirs geöffnet, während die Station gerade über den Südatlantik flog.

„Hallo Weltraum, mein alter Freund“, sagte Chiao, für den es bereits der fünfte Weltraumausflug war. „Es ist so kalt - und schön“, sagte Scharipow. Der Kosmonaut nahm das erste Mal an einem Außeneinsatz teil. 360 Kilometer über der Erde packten die Raumfahrer ihr Werkzeug zusammen und machten sich an die Arbeit. Die Plattform soll mit telemetrischen Geräten, einer Kamera und einer Antenne so ausgestattet werden, dass der Roboterarm von der Erde oder der Raumstation aus gesteuert werden kann.

Chiao und Scharipow kontrollierten bei ihrem Ausflug auch Vorrichtungen des Sauerstoffgenerators. Zudem installierten sie bei ihrem Außeneinsatz die Vorrichtungen für ein biomedizinisches Experiment. Bei dem von Russland betriebenen Versuch soll der Einfluss der Weltraumstrahlung und der Sonnenaktivität auf einfache Organismen untersucht werden. Der nächste Außeneinsatz ist für März geplant.

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