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17.11.2015

13:29 Uhr

Arbeitsschutz-Studie

Roboter schlägt auf Menschen ein

VonAndreas Donath
Quelle:Golem.de

Tödliche Unfälle mit Robotern sind glücklicherweise selten, doch sie passieren. Deutsche Forscher wollen Industrieroboter nun feinfühliger machen – und lassen sie deshalb erst einmal Schmerzgrenzen austesten.

Unfälle mit Robotern in Fabriken sind sehr selten, da der Bereich der Maschinen meist strikt von dem der Menschen getrennt ist. dpa

Industrieroboter

Unfälle mit Robotern in Fabriken sind sehr selten, da der Bereich der Maschinen meist strikt von dem der Menschen getrennt ist.

BerlinEin Forscherteam des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und Automatisierung (IFF) will Roboter zu sicherheitsbewussten Arbeitskollegen machen. Dazu haben die Wissenschaftler eine Maschine entwickelt, die eine Gruppe Freiwilliger auf Arm oder Schulter schlagen kann. Die Probanden tragen dann auf einer Skala ein, wie stark sie den Schmerz empfunden haben.

Das Gerät verfügt über eine Art Pendel, das ausschlagen kann. Beim Erreichen eines vorher festgelegten Schmerzlevels wird der Versuch beendet und der Freiwillige mit Ultraschall auf mögliche leichte Schäden hin untersucht.

Die Versuche haben einen ernsten Hintergrund. Mitte des Jahres ereignete sich ein Unfall mit einem Montageroboter in einem Volkswagen-Werk. Dabei wurde ein Techniker tödlich verletzt. Der Roboter habe den Mann gegen eine Metallplatte gedrückt, berichtete seinerzeit die Regionalzeitung Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA).

Unfälle mit Robotern in Fabriken sind zum Glück sehr selten, da der Bereich der Maschinen strikt von dem der Menschen getrennt ist. In Zukunft könnten aber immer mehr Roboter eingesetzt werden, die Hand in Hand mit Menschen arbeiten. Das gilt auch für Bereiche abseits der industriellen Fertigung, zum Beispiel in Krankenhäusern oder der Altenpflege.

Wenn Roboter ein besseres Verständnis dafür entwickeln, wo die menschliche Schmerzschwelle liegt, könnten viele Unfälle vermieden werden. Natürlich sei es am besten, den Kontakt komplett zu vermeiden, sagte einer der beteiligten Forscher der Nachrichtenagentur Bloomberg. Findet jedoch eine Berührung statt, sollten die Folgen so gering wie möglich sein.

Für die Mensch-Roboter-Kollaboration entwickelt das Fraunhofer IFF in Magdeburg ein taktiles, berührungssensitives Sensorsystem, das Kollisionen des Roboters mit Menschen und Gegenständen zuverlässig erfasst. Der Roboter wird dann im Kollisionsfall sofort stoppt.

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