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30.07.2013

11:26 Uhr

Archäologie

Koka und Alkohol machten Inka-Opfer gefügig

Die Inka verabreichten Kindern, die den Göttern geopfert werden sollten, über Monate hinweg Alkohol und Koka-Blätter. Das schließen Forscher aus der Untersuchung von drei Mumien der südamerikanischen Hochkultur.

Im Mund der Mumie des 13-jährigen Mädchens entdeckten die Forscher Koka-Blätter. dpa

Im Mund der Mumie des 13-jährigen Mädchens entdeckten die Forscher Koka-Blätter.

DüsseldorfDrei 500 Jahre alte Kindermumien haben Wissenschaftlern Einblicke in die Praktiken eröffnet, mit denen die Inka ihre Menschenopfer vorbereiteten. Die Kinder wurden über Monate hinweg durch die Gabe von Alkohol und Koka-Blättern auf ihren Tod vorbereitet, berichten Forscher der britischen Universität Bradford im Fachmagazin „PNAS“.

Die Rauschmittel dienten offenbar dazu, die Kinder für die Rituale gefügig zu machen. Zugleich sollten ihnen die Rauschzustände aber wohl auch den Zugang zur Welt der Geister überhaupt erst ermöglichen.

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Die Kindermumien – ein etwa 13-jähriges Mädchen sowie zwei 6- bis 7-jährige Kinder – waren 1999 in über 6000 Metern Höhe nahe dem Gipfel des Vulkans Llullaillaco im Grenzgebiet zwischen Argentinien und Chile entdeckt worden. Der Fund – neben den Mumien auch zahlreiche Artefakte, die zum Teil kunstvoll um die Leichen angeordnet waren – galt seinerzeit als Sensation: Nie zuvor waren archäologische Funde in solcher Höhe gelungen.

Der gute Erhaltungszustand der Leichen ermöglichte dem Team um Andrew Wilson jetzt, die letzte Lebensphase der Kinder zu rekonstruieren. „Substanzen wie Kokain oder Alkohol hinterlassen Spuren im Haar, anhand derer wir ermitteln können, wie viel eine Person davon konsumierte, während ein bestimmter Abschnitt des Haares wuchs“, so Wilson.

So konnten die Forscher rekonstruieren, was die Kinder in den Monaten vor ihrem Tod zu sich genommen hatten. Bei der besonders gut erhaltenen Leiche der 13-Jährigen gelang es ihnen sogar, den Zeitraum der letzten beiden Lebensjahre lückenlos zu erschließen.

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