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19.05.2011

17:34 Uhr

Arktis

Killerwal verdrängt Eisbär

Weil das Polareis immer schneller schwindet, können sich Killerwale in der Arktis ausbreiten. Für das ökologische Gleichgewicht bedeuten die Räuber eine große Gefahr.

In der Arktis kommt es immer häufiger „Gastvisiten“ von Killerwalen. Quelle: dpa

In der Arktis kommt es immer häufiger „Gastvisiten“ von Killerwalen.

KopenhagenEisbären sind als "Könige" der nördlichen Arktis akut vom Klimawandel bedroht, künftig könnten Killerwale die Herrschaft übernehmen: Während das immer schnellere Schrumpfen der nordpolaren Eismassen den riesigen Bären die Lebensgrundlage entzieht, verschwindet für die Meeressäuger, auch Schwertwale genannt, ein entscheidendes Hindernis. Sie können jetzt auch im äußersten Norden auf die Jagd nach schwimmendem Futter gehen.

"Wenn die Arktis-Invasion der Killerwale und anderer Säugetiere aus milderen Regionen kommt, wird es hier verstärkt Konkurrenz um Nahrung zwischen den Arten geben", sagte der kanadische Biologe Steven Furgeson der dänischen Zeitung "Politiken". Seine Forschung für die Manitoba University of Canada habe ergeben, dass traditionell in der Polarregion ansässige Arten durch die neue "Hackordnung" im Bestand gefährdet werden können.

Traditionell halten sich die Schwert- oder Killerwale aus der Arktis ferngehalten, weil das Eis gefährlich ist für ihre sehr empfindlichen dreieckigen Rückenflossen, Finnen genannt. Doch das Eis verschwindet immer schneller, wie erst Anfang Mai wieder in einer neuen Schätzung für den Arktischen Rat festgestellt wurde. Fergusons Arbeit ist Teil dieses umfassenden neuen Gutachtens, in dem ein Anstieg des globalen Meeresspiegels um 0,9 bis 1,6 Meter bis 2100 vorhergesagt wird.

Der Kanadier verweist in "Politiken" auf schon jetzt zu beobachtende Verschiebungen der bisherigen Balance zwischen den Tierarten. In der Arktis seien immer häufiger "Gastvisiten" von Killerwalen und anderen Tieren in den Sommermonaten zu beobachten. Tendenz steigend, denn ihr Polarrevier wird immer größer.

Der Killerwal (Orcinus orca) ist ein sehr gefräßiger und intelligenter Kleinwal. Er wird seit einigen Jahren immer häufiger vor Labrador gesichtet, wo er mit seinen normalerweise sechs bis acht Metern Länge und einem Gewicht von etwa sechs Tonnen vor allem Jagd auf Robben macht. Aber die Meeresräuber stürzen sich im Polarmeer auch auf andere Wale wie den Narwal, den Pottwal und den Beluga (Weißwal) - dabei attackieren sie etwa Walkälber.

Auch andere Walarten wie der Buckelwal, der Zwergwal und der Grauwal werden dank schrumpfender Eisberge häufiger als früher im äußersten Norden auftauchen, sagt Ferguson voraus. Aber weil sie im Gegensatz zum Killerwal keine Raubtiere sind, können sie auch nicht so viel "Ärger" im Ökosystem auslösen. Unweigerlich Konsequenzen, so meint der kanadische Biologe, müsse die mögliche Balance-Verschiebung auch auf die bisher zugelassene Jagd der Arktis-Ureinwohner auf einheimische Wale haben.

Von

dpa

Kommentare (1)

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19.05.2011, 19:54 Uhr

Tja, so ist das eben in der freien Natur! Vielleicht kann man ja die japanische Walfangflotte reaktivieren!

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