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29.09.2015

11:00 Uhr

Arktischer Winter

Highlife in der Polarnacht

VonDaniel Lingenhöhl
Quelle:Spektrum.de

In der ewigen Dunkelheit des polaren Winters regt sich kaum Leben, so dachten Forscher bisher. Doch damit lagen sie falsch: Offenbar fehlte es bislang nur an Beobachtern, die dem Highlife in der Polarnacht zuschauten.

Drei Jahre lang untersuchten Forscher auf der arktischen Insel das Leben während der Polarnacht. dpa

Gletscher auf Spitzbergen

Drei Jahre lang untersuchten Forscher auf der arktischen Insel das Leben während der Polarnacht.

HeidelbergDie Idee zu seiner neuen Forschungsarbeit kam dem norwegischen Polarforscher Jørgen Berge von der Arctic University eher zufällig – auf einem kleinen Boot in einem Fjord Spitzbergens: „Über uns erstreckte sich die sternenklare Winternacht, und unter uns leuchteten zahllose blau-grüne 'Sterne' in der Tiefe auf. Diese Schönheit war bezaubernd – und die Tatsache, dass so viele Organismen Licht erzeugten ein deutlicher Hinweis, dass die Natur sich nicht im Ruhezustand befindet.“

Deshalb initiierte der Wissenschaftler mit seiner Forschungsgruppe eine dreijährige Beobachtungsreihe auf der arktischen Insel, die während der winterlichen Polarnacht jegliches Leben in der Dunkelheit erfassen sollte. In der Region herrscht während der drei Wintermonate fast völlige Nacht.

Das Ergebnis ihrer Forschungsarbeit kam für Berge und seine Kollegen dann doch überraschend: Entgegen der bisherigen Annahmen läuft das Leben in der Arktis auch ohne Tageslicht auf Hochtouren weiter – und das über die komplette Nahrungskette hinweg.

Mangels Licht war zwar kaum Phytoplankton aktiv, das sonst das untere Ende der Nahrungskette repräsentiert. Stattdessen dominierten jedoch kleine Ruderfußkrebse und andere Tierchen, die das noch vorhandene Plankton fraßen.

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