Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.01.2015

15:37 Uhr

Astronaut Buzz Aldrin

Der ewige Zweite

Als zweiter Mensch betrat Buzz Aldrin 1969 den Mond - und genau das wurde sein Problem. Depressiv, alkoholkrank, mehrfach geschieden, Aldrin bekam sein Leben nicht in den Griff. Jetzt wird der ewige Zweite 85 Jahre alt.

Buzz Aldrin vor der auf dem Mond aufgestellten US-Flagge. Während von Neil Armstrongs Ausflug auf die Mondoberfläche kein gutes Foto existiert, sind etliche Bilder, die Aldrin zeigen, wahre Klassiker geworden. dpa

Buzz Aldrin vor der auf dem Mond aufgestellten US-Flagge. Während von Neil Armstrongs Ausflug auf die Mondoberfläche kein gutes Foto existiert, sind etliche Bilder, die Aldrin zeigen, wahre Klassiker geworden.

BerlinEiner der wohl bedeutendsten Tage in der Geschichte der Menschheit ist für Buzz Aldrin bis heute wie ein Fluch: Nicht er, sondern sein 2012 gestorbener Kollege Neil Armstrong durfte 1969 als erster Mensch den Mond betreten. Die Nasa hatte dem Kommandanten der Mission Apollo 11 dieses Recht zugebilligt - für Aldrin, der in den Monaten vor dem Flug heftig dafür geworben hatte, der erste Mondbesucher sein zu dürfen, eine herbe Niederlage.

19 Minuten nach Armstrong betrat Aldrin schließlich die Mondoberfläche - und sollte die Rolle des ewigen Zweiten nie wieder loswerden. Die Mondlandung war für den damals 39 Jahre alten Nasa-Astronauten der berufliche Höhepunkt. Zurück auf der Erde geriet seine Karriere ins Stocken, er erlitt einen Nervenzusammenbruch, wurde depressiv und alkoholsüchtig. Drei Ehen scheiterten.

„An einem Tag bist du der große Held, und am nächsten Tag sitzt du im Auto und bekommst von einem Polizisten einen Strafzettel, weil du zu schnell unterwegs warst“, sagte Aldrin erst vor kurzem bei einer Veranstaltung in New York.

„Ich habe eine Veranlagung zur Depression geerbt und angefangen, mehr und mehr zu trinken“, so der Astronaut. „Also hatte ich gleich zwei Probleme am Hals, und damit war ich die nächsten Jahre erst einmal beschäftigt. Es ging in meinem Leben also nicht so sehr um die Reise zum Mond, sondern um die Rückkehr zu Erde.“

Am kommenden Dienstag wird Aldrin 85 Jahre alt uns setzt sich inzwischen öffentlich für den Kampf gegen Depression und Alkoholismus ein. „Das ist zwar nicht das, was ich für mein Leben erwartet hatte, aber wenn die Dinge auseinanderfallen, muss man sie wieder zusammensetzen.“

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×