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06.07.2011

15:25 Uhr

Astronomie

Blondinen-Bleichmittel im All entdeckt

Für falsche Blondinen ist Wasserstoffperoxid das Mittel der Wahl. Jetzt haben Astronomen das Bleichmittel in einer fernen Himmelsregion entdeckt – und erhoffen sich davon neue Erkenntnisse über die Entstehung des Lebens.

Das Sternentstehungsgebiet Rho Ophiuchi. Hier entdeckten die Forscher die Signatur des Moleküls. Quelle: Eso

Das Sternentstehungsgebiet Rho Ophiuchi. Hier entdeckten die Forscher die Signatur des Moleküls.

DüsseldorfIn einem 400 Lichtjahre entfernten Sternentstehungsgebiet haben Astronomen erstmals Wasserstoffperoxid-Moleküle nachgewiesen. Diese Flüssigverbindung wird auf der Erde als Desinfektionsmittel und als Bleiche zum Blondieren benutzt. Die Forscher interessiert allerdings etwas anderes: Wie hat sich Wasser, das wohl wichtigste Molekül für die Entstehung von Leben, im Universum gebildet?

Wasserstoffperoxid (H2O2) ist ein Schlüsselmolekül sowohl für Astronomen wie auch für Chemiker. Seine Entstehung steht in enger Verbindung mit zwei sehr vertrauten Molekülen: Sauerstoff und Wasser, den unverzichtbaren Voraussetzungen für Leben, wie wir es auf der Erde kennen. Da ein überwiegender Anteil des Wassers auf unserer Erde vermutlich im Weltall entstanden ist, sind die Wissenschaftler sehr daran interessiert, zu verstehen, wie dieser Prozess ablief.

Für ihre Beobachtung nutzten die Astronomen um Per Bergman vom Weltraumobservatorium Onsala in Schweden das Submillimeterteleskop APEX (Atacama Pathfinder Experiment), das gemeinsam vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie, dem Onsala-Observatorium und der Europäischen Südsternwarte in den chilenischen Anden betrieben wird. Damit nahmen die Wissenschaftler eine Himmelsregion nahe des Sterns Rho Ophiuchi unter Beobachtung, die sich in etwa 400 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Schlangenträger befindet.

Die Umgebung des Sterns ist reich an Wolken aus kühlem Gas und Staub, in denen neue Sterne entstehen. Das Nebelgebiet besteht größtenteils aus molekularem Wasserstoff, enthält aber auch Spuren von anderen Molekülen. Nach genau diesen Spuren hielten die Forscher Ausschau – und wurden fündig: Es gelang ihnen, in der aus der Region empfangenen Radiostrahlung die charakteristische Signatur von Wasserstoffperoxid zu identifizieren.

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