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04.01.2012

13:03 Uhr

Astronomie

Ein kosmischer Edelstein

Mit dem besten Teleskop der Welt haben Astronomen ein faszinierndes Objekt in der Milchstraße ins Visier genommen: den Omega-Nebel, eine der produktivsten Sternenschmieden unserer Galaxis.

Das Zentrum des Omega-Nebels: Die rötlichen Farbtöne der Nebelwolke stammen von Wasserstoffgas, das von der Ultraviolettstrahlung junger Sterne zum Leuchten angeregt wird. ESO

Das Zentrum des Omega-Nebels: Die rötlichen Farbtöne der Nebelwolke stammen von Wasserstoffgas, das von der Ultraviolettstrahlung junger Sterne zum Leuchten angeregt wird.

DüsseldorfEs kommt nicht oft vor, doch mitunter sind selbst auf dem Cerro Paranal im Norden Chiles, Standort des weltgrößten astronomischen Teleskops VLT (Very Large Telescope), die Bedingungen für eine wissenschaftlich Erkundung des Sternenhimmels nicht optimal. Für Hobby-Sternenfreunde sind solch seltene Momente Glücksfälle, richten die Experten der Europäischen Südsternwarte ESO ihr Hochleistungsinstrumente dann doch regelmäßig auf Himmelsobjekte, die einfach schön anzusehen sind.

„Cosmic Gems“ (kosmische Edelsteine) heißt die ESO-Initiative, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Bilder von faszinierenden Himmelsobjekten anzufertigen und im wissenschaftlichen Archiv der ESO für jedermann zugänglich zu machen. Ein solcher Edelstein ist der Omega-Nebel, eines der aktivsten Sternentstehungsgebiete in der Milchstraße.

Das mit einem der vier Hauptteleskope des VLT aufgenommene Bild des 6.500 Lichtjahre entfernten Nebels zählt zu den schärfsten, die jemals von diesem Objekt aufgenommen wurden. Und dies, obwohl durchziehende Wolken die Sichtverhältnisse über dem Teleskop beeinträchtigten.

Die farbenfrohen Gas- und Staubmassen des Omeganebels sind Ausgangsmaterial für die Entstehung neuer Sterne. In dem hier gezeigten Ausschnitt des Nebels erleuchten die jüngsten Sterne die Szenerie mit ihrem hellen, weißlich-blauen Licht.

Wie Rauchschwaden durchziehen die Silhouetten dunkler Staubbänder das glühende Gas. Die rötlichen Farbtöne der ausgedehnten Nebelwolke, die die Bildkomposition dominieren, stammen von Wasserstoffgas, das von der intensiven Ultraviolettstrahlung der heißen, jungen Sterne zum Leuchten angeregt wird.

Die kosmische Landschaft aus Gaswolken, Staub und jungen Sternen ist in der astronomischen Welt unter vielen Namen bekannt. Neben den wissenschaftlichen Bezeichnungen Messier 17 (M17) und NGC 6618 ist der Omega-Nebel auch als Hufeisen, Schwan oder sogar Hummer zu Ehren gelangt – je nachdem, was Beobachter in ihm zu erkennen glaubten.

Einig waren sich aber alle Namenspatronen: Der Omega-Nebel gehört zu den faszinierendsten Regionen unserer Heimatgalaxie – ein wahrer kosmischer Edelstein eben.

Von

tt

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