Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.01.2010

16:35 Uhr

Astronomie

Exoplanet ist so leicht wie Kork

Gleich zu Beginn seiner Mission hat das Weltraumteleskop Kepler ein echtes Leichtgewicht unter den Planeten aufgespürt. Kepler-7b - so der Name der fernen Welt - ist kaum schwerer als Kork. Doch der bemerkenswerte Fund ist nicht die einzige Beute, die der Planetenjäger in seinen ersten Arbeitswochen gemacht hat.

Das Kepler-Teleskop erfasst bis zu 150.000 Sterne in unserer Milchstraße gleichzeitig. Foto: Nasa Nasa

Das Kepler-Teleskop erfasst bis zu 150.000 Sterne in unserer Milchstraße gleichzeitig. Foto: Nasa

HB WASHINGTON. Das Nasa-Weltraumteleskop Kepler hat einen fernen Planeten entdeckt, der so leicht ist wie Kork. Ein US-Astronomenteam stellte die Entdeckung am Montag auf der Jahrestagung der Amerikanischen Astronomengesellschaft AAS in Washington vor. Der Planet mit der Bezeichnung Kepler-7b kreist um einen sonnenähnlichen Stern im Sternbild Leier. Seine Dichte ist mit 0,17 Gramm pro Kubikzentimeter nur unwesentlich größer als diejenige von Kork.

„Kepler-7b ist einer der leichtesten Planeten, die bislang entdeckt wurden“, schreiben die Forscher um William Borucki von der US-Weltraumbehörde Nasa im Fachjournal „Science“. Neben Kepler-7b hat der im März 2009 gestartete Planetenjäger in seinen ersten sechs Beobachtungswochen vier weitere sogenannte Exoplaneten entdeckt, von denen drei ebenfalls extrem leicht für ihre Größe sind. Der fünfte von Kepler entdeckte Exoplanet ähnelt in seiner Dichte und seiner Größe dem Gasriesen Neptun aus unserem Sonnensystem.

Das Weltraumteleskop „Kepler“ war gestartet worden, um erdähnliche Planeten in der bewohnbaren Zone anderer Sterne in unserer Galaxie aufzuspüren. Als bewohnbare Zone bezeichnen Astronomen denjenigen Bereich um einen Stern, in dem es flüssiges Wasser geben kann. Flüssiges Wasser gilt als Grundvoraussetzung für Leben, wie wir es kennen.

Wegen der Schwierigkeit erdähnliche Planeten nachzuweisen, ist deren Häufigkeit und Verteilung bislang unbekannt. Auf der Suche nach den fernen Welten blickt Kepler stets auf dieselbe Himmelsregion im Sternbild Schwan, wobei er bis zu 150 000 Sterne gleichzeitig erfasst und kontinuierlich ihre individuellen Helligkeiten misst. Denn wäre der Orbit eines extrasolaren Planeten so ausgerichtet, dass er von uns aus gesehen vor seiner Sonne vorbeizieht, würden ihn winzige Schwankungen im Sternlicht verraten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×