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04.06.2012

13:38 Uhr

Astronomie

Forscher erspähen fernste Galaxie am Anbeginn der Zeit

Die bislang fernste Galaxie am Nachthimmel haben japanische Forscher aufgespürt. Das Licht dieser Galaxie stammt aus dem sogenannten Dunklen Zeitalter des Universums.

Das Foto zeigt die Andromeda-Galaxie, die sich in Nachbarschaft zu unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße, befindet. Japanische Forscher haben nun die bislang entfernteste Galaxie entdeckt. AFP

Das Foto zeigt die Andromeda-Galaxie, die sich in Nachbarschaft zu unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße, befindet. Japanische Forscher haben nun die bislang entfernteste Galaxie entdeckt.

HiloJapanische Forscher haben die bislang fernste Galaxie am Nachthimmel aufgespürt. Das Sternsystem ist 12,91 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt und stammt vom Ende des Dunklen Zeitalters im jungen Universum, wie das Subaru-Observatorium in Hilo auf der Insel Hawaii am Montag mitteilte. Die Entdeckung der Astronomen um Takatoshi Shibuya von der japanischen Graduate University for Advanced Studies soll in einer der kommenden Ausgaben des Fachblatts „The Astrophysical Journal“ erscheinen.

Das Team um Shibuya war mit dem Subaru- und dem Keck-Teleskop auf Hawaii auf die ferne Galaxie gestoßen. Die Astronomen hatten gezielt nach fernen Sternsystemen gesucht, denn sie interessieren sich für die Zustände zur Zeit der „kosmischen Dämmerung“, als das junge Weltall durch das Licht der ersten Sterne und Galaxien wieder durchsichtig wurde.

Nach dem Urknall vor 13,7 Milliarden Jahren war der Kosmos zunächst erfüllt von einem undurchsichtigen Schleier aus neutralem Wasserstoffgas. Diese Epoche wird daher auch das Dunkle Zeitalter genannt. Erst das Licht der ersten Sterne und Galaxien lichtete den Wasserstoffnebel, indem es ihn ionisierte, und machte das Universum langsam wieder durchsichtig. Die Astronomen sprechen von der kosmischen Dämmerung.

Etwa zu dieser Zeit sehen die Astronomen die jetzt entdeckte Galaxie mit der Katalognummer SXDF-NB1006-2, denn ihr Licht war 12,91 Milliarden Jahre zu uns unterwegs. Es stammt also aus einer Ära, als das Weltall erst etwa sechs Prozent seines heutigen Alters hatte. Aus den Beobachtungen schließen die Forscher, dass damals, rund 750 Millionen Jahre nach dem Urknall, noch 80 Prozent des Wasserstoffgases in neutraler Form vorlag. Tatsächlich war der Anteil des neutralen Wasserstoffs damit deutlich größer als heute, berichten die Astronomen.

Von

dpa

Kommentare (3)

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DJW

04.06.2012, 19:32 Uhr

Interessant, dazu müßten sich die beiden Galaxien (unsere und diese) in den ersten 700Mio Jahren bereits 12,9Mrd Lichtjahre voneinander entfernt haben (zum Urknall war alles beisammen). Dazu wäre im Durchschnitt die 18,4 fache Lichtgeschwindigkeit erforderlich???

Tomm3536

05.06.2012, 23:12 Uhr

Nein, hab ich früher auch gedacht. Aber nach aktuellem Stand der Forschung hat das Universum in den ersten Sekundenbruchteilen seiner Existenz eine sog. Inflationäre Expansion durchgemacht. Will sagen es hat sich in sekundenbruchteilen auf viele, Tausende Milliarden von Lichtjahren ausgedehnt. Das klingt nach Verletzung der Relativitätstheorie, wonach sich nichts schneller als das Licht bewegen kann. Aber es hat sich auch nichts schneller als das Licht bewegt, sondern der Raum selbst ist nur so schnell expandiert. Erst nach dieser Expansion kam die Entstehung von Materie und Galaxien
Und so gibt es heute Galaxien, die so weit entfernt sind, dass ihr Licht uns bis heute immer noch nicht erreicht hat

VIP

18.06.2012, 14:58 Uhr

"...am Anbeginn der Zeit" ???
Was war vor dem Anbeginn der Zeit? Keine Zeit? Absoluter Unsinn.

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