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11.01.2012

19:40 Uhr

Astronomie

Planeten so weit das Auge reicht

In unserer Milchstraße wimmelt es von Planeten, wie Astronomen jetzt ermitteln konnten. Und etliche dieser fernen Welten könnten Voraussetzungen für die Entstehung von Leben besitzen.

Die Illustration der europäischen Südsternwarte ESO zeigt eine Auswahl von Sternen der Milchstraße mit den sie umkreisenden Planeten. dpa

Die Illustration der europäischen Südsternwarte ESO zeigt eine Auswahl von Sternen der Milchstraße mit den sie umkreisenden Planeten.

DüsseldorfJeder Stern der Milchstraße hat im Schnitt 1,6 Planeten. Das schließen Astronomen aus Daten eines sechs Jahre langen Beobachtungsprogramms, die sie im britischen Wissenschaftsjournal Nature präsentieren. „Tatsächlich hat sich dabei herausgestellt, dass Planeten in unserer Milchstraße häufiger vorkommen als Sterne“, so Arnaud Cassan vom Astrophysikalischen Institut Paris, der Erstautor der Studie.

Die Entdeckung ist von großer Bedeutung für die Suche nach möglichem Leben auf anderen Planeten. Nach Berechnungen der Forscher könnten zehn Milliarden Sterne unserer Milchstraße Planeten in der sogenannten bewohnbaren Zone besitzen, also in einem Abstand zu ihrem Zentralgestirn, der die Existenz von Wasser in flüssiger Form möglich macht – eine Voraussetzung für die Entstehung von Leben, wie wir es kennen.

Die Wissenschaftler hatten mit einer besonderen Methode, dem Mikrogravitationslinsen-Effekt, nach diesen sogenannten Exoplaneten gesucht: Wenn ein Stern von der Erde aus gesehen exakt vor einem anderen vorbeizieht, wirkt seine Schwerkraft wie ein kleines Brennglas, das den hinteren Stern vorübergehend etwas heller erscheinen lässt. Hat der Vordergrundstern noch einen Planeten, macht sich dessen Schwerkraft als kleine Beule im Helligkeitsverlauf des Hintergrundsterns bemerkbar.

Da die beiden Sterne sehr genau auf einer Linie liegen müssen, ist dieser Effekt allerdings nur sehr selten zu beobachten. Zudem darf der Planet weder zu dicht an seinem Heimatstern stehen, noch zu weit von ihm entfernt sein.

Für ihre Entdeckung mussten die Astronomen deshalb rund 100 Millionen Sterne systematisch überwachen. Entdeckten sie mögliche Anzeichen für eine charakteristische Helligkeitsschwankung, beobachteten sie den fraglichen Stern im Detail. „In dem sechs Jahre langen Zeitraum von 2002 bis 2007 haben wir 500 Sterne mit hoher Auflösung beobachtet“, berichtete Teammitglied Uffe Gråe Jørgensen vom Niels-Bohr-Institut der Universität Kopenhagen. „Bei zehn dieser Sterne haben wir direkt den Gravitationslinseneffekt eines Planeten gesehen.“

Kommentare (1)

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ralphfischer

12.01.2012, 07:17 Uhr

In einem unendlich grossen Universum wird sich jeder endliche Zufall unendlich oft wiederholen.
Die Frage ist also nicht, ob es anderes Leben gibt, sondern wann und wo.

Vielleicht haben unsere Nachbern schon längst gefunkt - vor 1 Million Jahren. Oder werden das in 200000 Jahren tun.

Die Zeitschiene ist das Problem, und die ist auch das Problem mit diesen ganzen Planeten. Wir können nichts damit anfangen, weil Raumfahrt zu lange dauert.

Raumfahrt mit konventioneller Physik macht keinen Spass

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