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05.01.2017

13:43 Uhr

Astronomie

Radioblitze aus der Tiefe des Alls

Erst seit rund zehn Jahren sind die mysteriösen Radioblitze aus der Tiefe des Alls überhaupt bekannt. Seitdem versuchen Astronomen, hinter ihr Geheimnis zu kommen. Nun sind sie einen wichtigen Schritt vorangekommen.

Die grafische Darstellung zeigt die global verteilten Radioteleskope, mit denen die Radioblitze untersucht wurden. dpa

Mysteriöse Radioblitze

Die grafische Darstellung zeigt die global verteilten Radioteleskope, mit denen die Radioblitze untersucht wurden.

Grapevine/BonnErst seit rund zehn Jahren kennen Astronomen das Phänomen der kurzen Radioblitze (Fast Radio Bursts, FRB), die viel kürzer sind als ein Wimpernschlag und scheinbar unregelmäßig am Himmel aufflackern. Zur Natur ihrer Quellen gibt es zahlreiche Ideen: Die Blitze könnten etwa von der Verschmelzung zweier Neutronensterne stammen oder von massereichen Schwarzen Löchern erzeugt werden. Wegen ihrer extrem kurzen Dauer ist der genaue Ursprung der Radioblitze allerdings nur schwer zu bestimmen.

Jetzt haben Astronomen eine ferne Zwerggalaxie als einen Ursprungsort für die mysteriösen Blitze ausgemacht. Die Forscher um Shami Chatterjee von der US-amerikanischen Cornell-Universität waren sehr überrascht, hatten sich doch von einer so kleinen Galaxie nicht derart starke Strahlungsausbrüche erwartet. Das Team, zu dem auch Laura Spitler vom Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie zählt, berichtet über seine Beobachtungen in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Science.

Die Forscher untersuchten die einzige Himmelsregion, in der wiederholt Radioblitze beobachtet wurden, mit zuvor unerreichter Genauigkeit. Dazu richteten sie die Antennen des Radioteleskops Very Large Array (VLA) auf die Stelle am Himmel, an der ein Team um Spitler mit dem großen Arecibo-Radioteleskop in Puerto Rico am 2. November 2012 einen Radioblitz entdeckt hatte. Zwei Jahre später leuchtete in dieser Region erneit ein Radioblitz auf.

Tatsächlich konnten die 27 zusammengeschalteten VLA-Radioantennen von dort nun sogar neun Blitze auffangen. Damit ließ sich die exakte Position von FRB 121102, wie der Ort nach dem ersten dort registrierten Aufflammen genannt wurde, 200 Mal genauer bestimmen als bisher. Weitere Beobachtungen mit einem internationalen Zusammenschluss von Radioteleskopen, zu dem auch die 100-Meter-Antenne des Bonner Max-Planck-Instituts gehört, steigerten die Genauigkeit noch einmal um das Zehnfache.

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