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11.08.2014

11:55 Uhr

Auf Isolierstation

Deutscher Medizinstudent unter Ebola-Verdacht

Er klagte über Fieber, hatte zudem Malaria: Nun untersuchen Ärzte in Ruanda einen Medizinstudenten aus Deutschland wegen Ebola-Verdachts. Die Zeit, bis das Ergebnis vorliegt, wird zur Geduldsprobe.

Ärzte ohne Grenzen

Ganz wichtig: Wie kann man sich gegen Ebola schützen?

Ärzte ohne Grenzen: Ganz wichtig: Wie kann man sich gegen Ebola schützen?

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KigaliEin Medizinstudent aus Deutschland wird wegen Ebola-Verdachts in einem Krankenhaus in Ruanda untersucht. Der Patient liege auf einer Isolierstation, teilte das Gesundheitsministerium in Kigali mit. Man wolle 100-prozentig sicher sein, dass er sich nicht angesteckt habe, teilte Ministerin Agnes Binagwaho am Montag via Twitter mit. Es seien Proben entnommen und an ein internationales Labor geschickt worden. Ein Testergebnis soll binnen 48 Stunden vorliegen.

Der Deutsche klagte nach Angaben des Ministeriums nach einem Aufenthalt in Liberia über Fieber, zudem hatte er Malaria. Er hatte sich einige Tage in dem westafrikanischen Land aufgehalten, das in der vergangenen Woche wegen der Seuche den nationalen Notstand ausgerufen hatte. Der Student ist der erste Patient in Ruanda, der seit Ausbruch der Epidemie in Westafrika wegen Ebola-Verdachts untersucht wird.

Aus Sorge vor der Ausbreitung des Ebola-Epidemie hat nun auch die Regierung der Elfenbeinküste alle Flüge ihrer staatlichen Fluggesellschaft Air Côte d'Ivoire von und in die betroffenen Staaten gestrichen. Allen anderen Airlines sei es untersagt, Passagiere aus diesen Staaten in die Elfenbeinküste zu fliegen, erklärte die Regierung am Montag. Zudem würden die Kontrollen am Flughafen der Wirtschaftsmetropole Abidjan verstärkt.

Das ist das Ebola-Virus

Das Virus

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst ein sogenanntes hämorrhagisches, das heißt mit starken Blutungen einhergehendes Fieber aus.

Die Gefahr

Je nach Erregerstamm sterben 25 bis 90 Prozent der Patienten an einer Ebola-Erkrankung. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel.

Der Übertragungsweg

Seinen Ursprung hat das Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

Die Krankheit

Die Inkubationszeit beträgt zwei Tage bis drei Wochen. Plötzlich setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, es können schwere innere Blutungen auftreten.

Die Gefahrenzone

Ebola kommt vor allem nahe des afrikanischen Regenwaldes vor. Zum ersten Mal tauchte es 1976 im Sudan und im Kongo nahe des Ebola-Flusses auf. Ihm verdankt die Krankheit auch ihren Namen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte die Ebola-Epidemie in Westafrika am Freitag zum internationalen Gesundheitsnotfall erklärt. Nach ihren Angaben starben bisher nahezu tausend Menschen an dem durch Körperflüssigkeiten übertragenen Erreger, fast 1800 Menschen infizierten sich. Am schwersten betroffen sind Guinea, Liberia und Sierra Leone.

Doch auch in Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas, steigt die Zahl der Infizierten. Am Montag bestätigte Gesundheitsminister Onyebuchi Chukwu, dass sich eine Krankenschwester in Lagos angesteckt hat. Damit stieg die Zahl der Infizierten auf zehn, zwei von ihnen starben.

Von

afp

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