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08.01.2008

09:28 Uhr

Ausblick 2008

Diagnose mit weniger Nebenwirkungen

VonHans Schürmann

Je früher und präziser eine Erkrankung diagnostiziert werden kann, desto besser sind die Heilungschancen. Die Hersteller von Diagnosegeräten setzen daher verstärkt auf Innovationen, die diese Verfahren optimieren. Die neuesten Entwicklungsstufen haben dabei noch einen zustäzlichen Vorteil.

Simulation einer Tumor-Strahlentherapie, die an der Uni-Klinik Heidelberg im Sommer in Betrieb gehen soll. Foto: PR

Simulation einer Tumor-Strahlentherapie, die an der Uni-Klinik Heidelberg im Sommer in Betrieb gehen soll. Foto: PR

DÜSSELDORF. Eine möglichst frühzeitige Diagnose von Krankheiten und zielgerichtete Therapie sind die wichtigsten Entwicklungsziele in der Medizintechnik. Die Apparatehersteller setzen alles daran, um diesem Ziel auch 2008 wieder ein weiteres Stückchen näher zu kommen. Ein wesentliche Rolle spielen dabei sogenannte bildgebende Verfahren. Sie werden nicht nur genauer und machen Veränderungen im Körper wesentlich früher erkennbar, sondern vor allem Computertomografen (CT) kommen beim Scannen des Körpers mit immer weniger Strahlung aus.

Das müssen sie auch, denn CTs werden immer häufiger bei Vorsorgeuntersuchungen eingesetzt. Neue Computertomografen liefern zwar bessere Bilder aus dem Körper und können daher bei der frühen Diagnose von Herzerkrankungen genutzt werden, sie verwenden aber immer noch eine relativ hohe Röntgendosis. Ein Scan mit dem Computertomografen erzeugt eine hundert- bis tausendfache Strahlendosis einer Röntgenaufnahme, verdeutlicht der Radiologe Christoph Heyer das Problem, der an der Ruhr-Universität Bochum den Einsatz des bildgebenden Verfahrens untersucht hat. Daher sei bislang dringend davon abzuraten, die Geräte ohne triftigen Grund einzusetzen – beispielsweise für ein Checkup, nur um zu sehen, ob alles in Ordnung ist. Die CT-Hersteller müssen daher den Spagat hinbekommen, bei einer gleichzeitig verbesserten Bildqualität die Röntgenbelastung für den Patienten drastisch zu reduzieren.

Dass dies möglich ist, zeigt der niederländische Philips-Konzern. Der neueste CT des Herstellers kommt mit einer um bis zu 80 Prozent geringeren Strahlendosis aus. Und das bei einer gleichzeitig verbesserten Auflösung: Das neue Philips-Modell liefert detaillierte Bilder von den Herzkranzgefäßen nach nur zwei Herzschlägen. Der sogenannte iCT wird zurzeit in einer amerikanischen Klinik getestet, er soll Ende 2008 erstmals auch in einer deutschen Klinik eingesetzt werden.

Damit seien die Möglichkeiten zur Strahlenreduzierung bei CTs aber nicht ausgereizt, sagt Paul Smit, bei Philips Healthcare zuständig für die Geschäftsentwicklung. Mit größeren und empfindlicheren Detektoren und schnelleren Umdrehungen werde es gelingen, mit noch weniger Röntgenstrahlung auszukommen, ist Smit zuversichtlich.

Große Hoffnung verknüpfen die großen Medizintechnik-Unternehmen zudem mit der sogenannten molekulare Bildgebung, welche die Früherkennung von Krankheiten weiter verbessern und „die Medizin schon in einigen Jahren revolutionieren könnte“, wie Jean-Michel Cosséry, Marketingchef von GE Healthcare glaubt. Die molekulare Bildgebung ist die Weiterentwicklung herkömmlicher bildgebender Verfahren wie Computertomografie, Positronen-Emissions-Tomografie (PET), Ultraschall oder Magnetresonanz-Tomografie (MRT). Maßgeschneiderte Kontrastmittel (Marker oder Tracer) zeigen beispielsweise wie aggressiv ein Tumor wächst, welche Gene in den Zellen aktiv sind oder ob in einer verengten Arterie eine gefährliche Entzündung tobt.

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