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14.01.2010

16:17 Uhr

Ausblick 2010

Das Europäische Raumfahrtjahr

Zwei Astronautenflüge zur Internationalen Raumstation ISS, die Simulation einer Mars-Mission und vermutlich der lange erwartete Jungfernflug einer neuen Trägerrakete: Der europäischen Raumfahrt steht ein weiteres ereignisreiches Jahr bevor.

Die ISS bekommt auch 2010 wieder viel Besuch. Quelle: dpa

Die ISS bekommt auch 2010 wieder viel Besuch.

HB PARIS. Klimaforscher erwarten vor allem den für Ende Februar geplanten Start von CryoSat-2. Der Satellit der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA soll die polaren Eiskappen der Erde neu vermessen und wichtige Informationen über die Auswirkungen des Klimawandels liefern. Die Raumfahrt trage mit ihren Erdbeobachtungssatelliten immer mehr dazu bei, den Klimawandel zu verstehen, sagte ESA-Chef Jean-Jacques Dordain am Donnerstag in Paris bei der Vorstellung der geplanten Aktivitäten.

Aber auch die Erkundung des Alls sei weiterhin wichtig. „Wir können nicht verstehen, was auf der Erde passiert, wenn wir nicht verstehen, was in unserem Sonnensystem oder im Universum allgemein passiert“, betonte Dordain. Auch deswegen wird im März im Institut für biomedizinische Fragen in Moskau die Mars500-Studie gestartet.

Sie soll dabei helfen, eine echte Marsmission vorzubereiten. Sechs Freiwillige werden dafür 520 Tage völlig von der Außenwelt isoliert.

Als weitere Höhepunkte der europäischen Raumfahrt kündigte Dordain für November den Start des zweiten Weltraumfrachters „Johannes Kepler“ an. Bereits am 29. Juli wird nach vorläufiger Planung der Italiener Roberto Vittori mit einem Space Shuttle für die ESA zur ISS fliegen. Ende Dezember soll dann Paolo Nespoli an Bord einer Sojus- Kapsel zur dritten ESA-Langzeitmission auf der Weltraumstation aufbrechen. Auch er ist Italiener.

Für November ist zudem der Start der ersten beiden Galileo- Satelliten an Bord einer Sojus-Kapsel geplant. Die Trägerrakete wird vom europäischen Raumflughafen im südamerikanischen Französisch- Guyanana abheben. Dort wurde extra eine neue Startrampe für die russischen Raketen gebaut, die Mitte Juli zum ersten Mal zum Einsatz kommen sollen.

Endlich soll um die Jahreswende 2010/2011 auch die kleine Trägerrakete Vega zum Jungfernflug abheben. Ihre Entwicklung bereitete der ESA in der Vergangenheit erhebliche Sorgen. Der Raumfahrtorganisation stehen 2010 insgesamt 3,7 Mrd. Euro für ihre Arbeit zur Verfügung, rund 626 Mio. Euro davon kommen aus Deutschland.

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