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20.02.2017

10:56 Uhr

Australien

Hitzewelle lässt Flughunde vom Himmel fallen

VonDaniel Lingenhöhl
Quelle:Spektrum.de

Eine rekordverdächtige Hitzewelle in Südostaustralien hat für eine ohnehin gefährdete Tierart fatale Folgen: Zu Tausenden fallen Flughunde tot aus den Bäumen, ums Leben gekommen durch Überhitzung.

In Australien setzt eine Hitzewelle den Tieren zu. dpa

Flughund

In Australien setzt eine Hitzewelle den Tieren zu.

HeidelbergDie jüngste Hitzewelle im australischen Bundesstaat New South Wales hat bei den Graukopf-Flughunden (Pteropus poliocephalus) in der Region einen heftigen Tribut gefordert. Zu Tausenden fielen die Tiere tot aus den Bäumen, weil sie durch Überhitzung ums Leben gekommen sind.

Und die Opferzahlen werden weiter steigen, da viele verendete Flughunde noch mit ihren Füßen festgekrallt im Geäst hängen, wie australische Medien berichten. Südostaustralien, das Hauptverbreitungsgebiet der Art, erlebte während der letzten Wochen extreme Hitzewellen mit Temperaturen bis zu 47 Grad Celsius.

Ab 42 Grad Celsius bekommen die Flughunde jedoch Probleme mit ihrem Organismus, da sie rasch dehydrieren und sich nicht durch Schwitzen abkühlen können. Stattdessen versuchen sie, sich mit ihren Flughäuten kühlende Luft zuzufächeln, und sie speicheln sich ein, um über die Verdunstung die Körpertemperatur zu senken.

Verschärft wird das Problem, weil die Graukopf-Flughunde in den letzten Jahren verstärkt in städtisches Gebiet eingewandert sind, nachdem ihre natürlichen Lebensräume abgeholzt und zersiedelt wurden. Statt in geschlossenen Wäldern leben sie nun vermehrt in offeneren Parklandschaften, Gärten oder Alleen, die weniger Schatten bieten. Zudem heizen sich Städte stärker auf als große Waldflächen.

Immer wieder kam es deshalb in den vergangenen Jahren zu Massensterben der Flughunde, und Klimaökologen befürchten zukünftig eine weitere Verschärfung der Situation durch die Erderwärmung. Die Zahl und Länge von Hitzewellen in Australien hat während der letzten Jahrzehnte zugenommen.

Die Flughund-Art Pteropus poliocephalus gilt deshalb mittlerweile als bedroht. Ihr Bestand ist von mehreren Millionen Tieren im letzten Jahrhundert auf aktuell etwa 300 000 zurückgegangen.

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