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04.01.2005

15:20 Uhr

Forschung + Medizin

Bayern will mit Bund wieder über Elite-Unis reden

Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU) will in der festgefahrenen Debatte über Elite-Universitäten einen neuen Anlauf machen und wieder Verhandlungen mit dem Bund aufnehmen. „Wir müssen einen neuen Denkansatz finden.

Harvard

Inbegriff der Elite-Universität: Das Gebäude der renommierten Harvard-Universität in Boston (Archiv).

dpa BERLIN. Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU) will in der festgefahrenen Debatte über Elite-Universitäten einen neuen Anlauf machen und wieder Verhandlungen mit dem Bund aufnehmen. „Wir müssen einen neuen Denkansatz finden. Ich habe dazu mit Frau Bulmahn ein Treffen Ende Januar ins Auge gefasst“, sagte Goppel der Zeitung „Die Welt“.

Edelgard Bulmahns (SPD) Bundesforschungsministerium bestätigte am Mittwoch auf dpa-Anfrage einen geplanten Antrittsbesuch Goppels als neuem Vorsitzenden der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung (BLK).

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Brandenburgs Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU), forderte unterdessen ihre Länderkollegen auf, ein einheitliches Modell für Studiengebühren auf den Weg zu bringen.

Den von Bund und Ländern angedachten Kompromiss zu den Elite- Universitäten will Goppel dem Bericht zufolge verwerfen, weil sich Bulmahn „nicht an die sachgerechte Reihenfolge halten will“. Statt zunächst Doktorandenkollegs und einzelne Spitzenfakultäten zu fördern, versteife sich Bulmahn auf die Förderung ganzer Elite- Universitäten, sagte Goppel. Zudem gebe es keine glaubwürdige Finanzplanung.

Das Bundesforschungsministerium verwies in diesem Zusammenhang auf die Vereinbarung vom Juni. Damals hätten sich die Länderminister auf Eckpunkte geeinigt. Auch Goppel habe zugestimmt. Die Sprecherin betonte zudem: „Von Bundesseite steht die Finanzierung.“ Für den Aufbau von Spitzenforschungszentren und der Eliteförderung an deutschen Hochschulen sollen bis 2011 zusätzlich 1,9 Mrd. Euro bereitgestellt werden. Davon will der Bund 75 Prozent übernehmen. Eine endgültige Entscheidung über den Aufbau von Spitzenuniversitäten war im Dezember wegen der Föderalismusverhandlungen vertagt worden.

KMK-Präsidentin Wanka sagte der „Financial Times Deutschland“ (Mittwoch): „Ich bin dafür, dass wir in der Kultusministerkonferenz den Versuch einer Verständigung über die Einführung von Studiengebühren unternehmen.“ Sie warnte vor Verwerfungen im Hochschulsystem, sollten einzelne Länder Alleingänge starten.

Das Bundesverfassungsgericht will Ende Januar über die Einführung von Studiengebühren in Deutschland entscheiden. Baden-Württemberg und das Saarland haben bereits angekündigt, künftig von ihren Studenten Geld zu verlangen, sollten die Richter das Gebührenverbot kippen.

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