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17.02.2014

09:54 Uhr

Bedrohung aus dem All

Mit Weltraum-Billard gegen Killer-Asteroiden

Vor einem Jahr explodierte ein Meteorit über der russischen Stadt Tscheljabinsk. Er brachte eindrucksvoll in Erinnerung, welche Gefahren aus dem All drohen. In Freiburg arbeiten Forscher daran, sie zu entschärfen.

Frank Schäfer (r.) und sein Assistent Nico Reichenbach vom Fraunhofer Institut für Kurzzeitdynamik in Freiburg bereiten einen Versuch an der "Spacegun" vor. Im Rahmen des Forschungsprojekts "NEOshield" werden dabei winzige Aluminiumkugeln auf Waschbetonstücke geschossen. dpa

Frank Schäfer (r.) und sein Assistent Nico Reichenbach vom Fraunhofer Institut für Kurzzeitdynamik in Freiburg bereiten einen Versuch an der "Spacegun" vor. Im Rahmen des Forschungsprojekts "NEOshield" werden dabei winzige Aluminiumkugeln auf Waschbetonstücke geschossen.

FreiburgAm 15. Februar 2013 explodiert über der russischen Millionenstadt Tscheljabinsk ein Meteorit. Die Druckwelle lässt Tausende Scheiben zerbersten und deckt Dächer ab, rund 1500 Menschen werden von Glassplittern verletzt.

Voraussehen konnte den zerstörerischen Himmelskörper niemand. Zu klein war der etwa 10.000 Tonnen schwere und 20 Meter im Durchmesser große Brocken, um mit Teleskopen aufgespürt zu werden.

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Gleißend hell und dazu wuchtiger als 30 Hiroshima-Bomben war der Meteorit, der Anfang des Jahres über Russland niederging. Neun Monate nach der Detonation haben Forscher Details zu dem Einschlag veröffentlicht.

Deutlich größere Himmelskörper haben Forscher des internationalen Forschungsprojekts „NEOshield“ im Blick. Solche, die der Erde nahe kommen könnten und viel gefährlicher sind als der Meteorit von Tscheljabinsk. Wie diese sich im Notfall von ihrer Bahn abbringen ließen, untersuchen Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Kurzzeitdynamik in Freiburg. Dort werden Asteroiden im Miniaturformat von winzigen Satelliten beschossen.

Nichts deutet im Untergeschoss des Instituts darauf hin, dass dort daran geforscht wird, die Erde vor tödlichen Brocken aus dem All zu retten. „Städte- und Regional-Killer“ nennt Wissenschaftler Frank Schäfer die Asteroiden, die ihn beschäftigen. Sie haben einen Durchmesser zwischen 100 Metern und 300 Metern und könnten ganze Städte und Regionen auslöschen. Rund 10.000 solcher NEOs (Near-Earth-Objects = Asteroiden, die der Erde nahe kommen können) haben Astronomen bisher registriert.

Teleskope oder Messinstrumente zur Beobachtung von Asteroiden sucht man am Arbeitsplatz von Schäfer vergeblich. Ein etwa sieben Meter langer Apparat steht im Labor des Physikers. Es ist eine Art Kanone, mit der winzige Kügelchen aus Aluminium auf Gesteinsbrocken geschossen werden. Schäfer nennt sie ganz futuristisch „Spacegun“, oder, wissenschaftlich ausgedrückt, Beschleunigungsanlage. Mit ihr wird die Abwehr gefährlicher Asteroiden mit Satelliten simuliert.

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