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19.01.2012

14:16 Uhr

Behörden-Studie

Trinkwasser in Deutschland erhält Bestnote

Das Trinkwasser in Deutschland ist nach amtlichen Angaben von bester Qualität. Nur sehr vereinzelt gab es Ausnahmen - meist durch Pflanzenschutzmittel.

Trinkwasser in Deutschland ist fast ausnahmslos von bester Qualität, so das Umweltbundesamt. dpa

Trinkwasser in Deutschland ist fast ausnahmslos von bester Qualität, so das Umweltbundesamt.

BerilinTrinkwasser aus deutschen Wasserwerken ist fast immer einwandfrei. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Bericht zur Trinkwasserqualität des Bundesgesundheitsministeriums und des Umweltbundesamtes (UBA). Grenzwertüberschreitungen seien bei allen größeren Wasserwerken die Ausnahme. Im Grundwasser trete zum Beispiel Nitrat in teils hohen Konzentrationen auf. Im Trinkwasser würden die Grenzwerte aber nicht mehr überschritten. Auch bei fast allen mikrobiologischen und chemischen Qualitätsanforderungen würden die strengen rechtlichen Vorgaben zu mehr als 99 Prozent eingehalten.

Der Bericht wertete die Jahre 2008 bis 2010 aus. Er basiert auf den Meldungen der Bundesländer. 99 Prozent alle Trinkwasserproben aus dem Wasserhahn seien demnach nicht zu beanstanden gewesen, teilte das UBA mit. Allerdings sei es - je nach Region - bei ein bis drei Prozent der Messungen in Wasserwerken oder dem Rohrnetz zu Überschreitungen von Grenzwerten gekommen. Sie seien Ausnahmen und gingen auf einzelne Wirkstoffe von Pflanzenschutzmitteln zurück oder hätten coliforme Bakterien betroffen.

UBA-Präsident Jochen Flasbarth betonte: „Trinkwasser in Deutschland kann man ohne Bedenken zu sich nehmen. Die qualitativen Eigenschaften bekommen nach wie vor ausschließlich Bestnoten.“ Als Lebensmittel Nummer eins müsse Trinkwasser hohen Anforderungen genügen. Die Trinkwasserverordnung gibt diese verbindlich vor. Es dürfen zum Beispiel keine Krankheitserreger oder gesundheitsschädigende Stoffe im Trinkwasser enthalten sein.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) betonte, die Wasserwirtschaft in Deutschland habe seit 1990 über 110 Milliarden Euro investiert. „Der Bericht belegt, dass Trinkwasser in Deutschland überall eine gute bis sehr gute Qualität hat. Die hohen Investitionen für Wasserversorgungsanlagen, Netze und für den Trinkwasser-Ressourcenschutz tragen zu diesem Erfolg maßgeblich bei“, sagte Martin Weyand, Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser beim BDEW.

Bei Nitrat-Belastungen gab es erneut einen rückläufigen Trend. Während die Grenzwertüberschreitung von Nitrat im Jahr 1999 bei 1,1 Prozent gelegen habe, sei sie bis 2010 auf nahezu null Prozent gesunken. „Reduziert werden konnte der Nitratgehalt im Trinkwasser vor allem durch weiterreichende Aufbereitungsmaßnahmen sowie durch die Mischung mit weniger belastetem Wasser“, betonte das UBA. Grenzwertüberschreitungen bei Blei kämen in der Regel nicht aus dem Wasserwerk, sondern aus bleihaltigen Leitungen und Armaturen, die die allgemein anerkannten Regeln der Technik nicht erfüllten. Das sei auch meist die Ursache, wenn Überschreitungen bei Kupfer, Nickel und Cadmium auftreten. Aber auch Grenzwertüberschreitungen würden in der Regel keinerlei Gefahr für die Gesundheit der Bürger darstellen.

Von

dpa

Kommentare (5)

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audit

19.01.2012, 14:36 Uhr

Oje, Wenn das das Kartell der Mineral-Wasser Produzenten mitbekommt.

Unterschwellig weiß doch jeder, dass Trankwasser aus der Leitung fast immer deutlich besser und billiger ist, als das abgestandene und versauerte Wasser aus der Flasche. Und jetzt kommt das HB noch und zeigt auf, wie gut das dt. Trinkwasser wirklich ist.

Ich meine, jeder normale Mensch weiß ja, was passiert, wenn man Wasser (oft bei Raumtemperatur) über Tage und Wochen "stehen" lässt. Wahren Hochburgen für Mikroben entstehen da.

Und genau das passiert mit dem Wasser aus der Flasche. Es ist mit gezüchteten Mikroben angereichert und belastet Nieren und Leber noch mehr, weil total übersäuert.

Account gelöscht!

19.01.2012, 16:31 Uhr

Ich glaubs nciht. Da gibt es mal ne gute Nachricht, an der eigentl nix auszusetzen ist udn schon meckern die ersten rum -.-

Dino

19.01.2012, 18:57 Uhr

Wie kommt das Uran ins Leitungswasser und wo kommt es eigentlich her? Immer wieder gab es Indizien, dass Uran Bestandteil des Phosphatdüngers in der Landwirtschaft ist. Liegt hier des Rätsels Lösung? Und gibt es einen Ausweg? http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/hintergrund/trinkwasser119.html

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