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17.07.2015

11:35 Uhr

Bemannte Raumfahrt

Historischer Händedruck im All

Mitten im Kalten Krieg schüttelten sich vor 40 Jahren ein Amerikaner und ein Russe im All die Hände. Der Moment brachte die konkurrierenden Raumfahrtnationen einander näher – inzwischen stehen die Zeichen aber auf Frost.

Historischer Händedruck im All: Der amerikanische Astronaut Thomas Stafford (r), Kommandant der Apollo-Kapsel, und der Kosmonaut Alexej Leonow, Kommandant der sowjetischen Sojus-Raumschiffes, reichen sich nach dem erfolgreichen Apollo-Sojus-Kopplungsmanöver am 17. Juli1975 im Verbindungstunnel die Hände. dpa

Apollo-Sojus-Rendezvous 1975

Historischer Händedruck im All: Der amerikanische Astronaut Thomas Stafford (r), Kommandant der Apollo-Kapsel, und der Kosmonaut Alexej Leonow, Kommandant der sowjetischen Sojus-Raumschiffes, reichen sich nach dem erfolgreichen Apollo-Sojus-Kopplungsmanöver am 17. Juli1975 im Verbindungstunnel die Hände.

New York/MoskauDieser Händedruck sollte in die Geschichte eingehen: Rund 225 Kilometer über der Erde schwebten der russische Oberst Alexej Leonow und US-General Thomas Stafford aufeinander zu und begrüßten sich. Gerade hatten ihre Raumschiffe Apollo und Sojus in einem schwierigen Manöver aneinander angedockt. Inmitten des Kalten Krieges ein starkes Signal: Sowjetunion und USA, erbitterte Rivalen im Raumfahrt-Rennen, verbrüdern sich im All. An diesem 17. Juli vor genau 40 Jahren ging die Nachricht vom kosmischen Rendezvous um die Welt.

Zwei Tage lang fliegen Astronauten und Kosmonauten gemeinsam um die Erde. Leonow und sein Bordingenieur Waleri Kubassow laden die drei US-Kollegen erst zu Kohlsuppe aus der Tube in die Sojus-Kapsel ein. Dann besuchen sie Stafford sowie Vance Brand und Donald Slayton in der Apollo.

„Das war ein ergreifender Moment, als ich ihre lächelnden Gesichter durch eine geöffnete Luke zu unserem Raumschiff erblickte“, sagte Leonow einmal im Interview der Deutschen Presse-Agentur. „Unser Flug war ein großes Beispiel für den guten Willen und die menschliche Vernunft“, so der heute 81-Jährige.

Fast fünf Jahre hatten die Vorbereitungen gedauert. Funktionäre und Techniker beider Länder besuchten sich gegenseitig, um die historische Mission zu planen – und das Misstrauen zu überwinden. Währenddessen paukten die Raumfahrer die Sprache der Partner, damit es im All nicht zu fatalen Missverständnissen kommt.

Am 15. Juli 1975 startete dann die Sojus vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan, siebeneinhalb Stunden danach hob die Apollo in Cape Canaveral ab. Zwei Tage später dockten sie nach einem vorsichtigen Manöver aneinander an.

Es ist ein gefährlicher Moment: Nie zuvor ist das zylinderförmige Verbindungsmodul in der Schwerelosigkeit getestet worden. Es fungiert auch als Schleusenkammer, denn die Luftgemische der Raumschiffe sind verschieden. Gespannt verfolgen die Experten in den 23 Kontrollstationen beiderseits vom Atlantik die Flugdaten. Dann öffnen sich die Luken. „Glad to see you.“ Alles ist gut gegangen.

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