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02.02.2007

08:39 Uhr

Bericht über Erderwärmung

Großbank sieht Chancen im Klimawandel

VonOliver Stock

Der Klimawandel beschäftigt nicht nur Umweltexperten, sondern auch Anlagestrategen. Die Schweizer Großbank UBS geht in einer neuen Studie der Frage nach, welche Anlagechancen und-risiken der Klimawandel mit sich bringt.

Folgen des Klimawandels: das ausgetrocknete Rheinufer in Düsseldorf. Foto: dpa dpa

Folgen des Klimawandels: das ausgetrocknete Rheinufer in Düsseldorf. Foto: dpa

ZÜRICH. Während der Uno-Klimarat (IPCC) am Freitag in Paris seinen Bericht über die möglichen Folgen des Treibhauseffektes bis zum Jahr 2100 veröffentlicht, geht die Schweizer Großbank UBS in einer neuen Studie der Frage nach, welche Anlagechancen und-risiken der Klimawandel mit sich bringt.

Der IPCC wurde 1988 mit dem Ziel gegründet, Daten über die Erderwärmung und ihre Auswirkungen zu analysieren. Heute will der Rat seinen vierten Bericht über die Folgen des Klimawandels präsentieren. Der zweite IPCC-Bericht von 1995 bildete die Grundlage für das Kyoto-Protokoll zu Reduzierung der Treibhausgase von 1997. Nach Angaben aus Delegationskreisen werden die 2 500 an dem Report beteiligten Wissenschaftler den Menschen so klar wie nie zuvor als Verursacher der Erderwärmung brandmarken. In vorab bekannt gewordenen Entwürfen gehen die Forscher von einem Anstieg der Temperaturen um 0,7 Grad in den nächsten 30 Jahren aus. Bis zum Jahr 2100 könnten sie sogar um 5,8 Grad steigen. Mehr Wirbelstürme, stärkere Niederschläge und weiter schmelzende Eispanzer wären die Folge, warnen die Wissenschaftler.

Für die UBS-Ökonomen ist die Frage, ob sich die Erdatmosphäre tatsächlich erwärmt, irrelevant. "Wichtig ist vielmehr, dass die zahlreichen Maßnahmen zur Bekämpfung der globalen Erwärmung (...) das Risikoprofil verschiedener Branchen verändern und die Anlagechancen in anderen Branchen verbessern", schreiben sie in ihrer Studie. Sie gehen davon aus, dass die Politik ihre Anstrengungen zur Vermeidung von Treibhausgasen verstärken und mit entsprechenden Gesetzen auch Einfluss auf bestimmte Branchen nehmen wird.

Am stärksten wären naturgemäß Industriezweige mit hohem CO2-Ausstoß betroffen, etwa Stromversorger, Chemieunternehmen, Zementhersteller oder Eisen- und Stahlproduzenten. "Das regulatorische Umfeld wird für die Holcims dieser Welt nicht einfacher", sagte UBS-Chefökonom Klaus Wellershof in Anspielung auf einen der größten Zementhersteller der Welt. Die UBS geht davon aus, dass es die Energie- und Schwerindustrie nicht leicht haben wird, auf umweltfreundlichere Techniken umzustellen.

Andere Branchen, deren Produkte die Umwelt belasten, könnten hingegen schneller reagieren, weil der Gesetzgeber zusätzlich auf den Endverbraucher Druck ausüben wird. Die UBS zählt dazu die Autoindustrie, das Baugewerbe und die Luftfahrt. Wenn die Abgaben fürs Autofahren so steigen wie die Preise für das Heizen von Häusern oder die Kosten für das Flugticket, würden umweltschonende Techniken rascher zum Einsatz kommen, so die Ökonomen.

Anlagechancen bieten sich unter den Bedingungen des Klimawandels vor allem bei Unternehmen, die sich mit Produkten und Prozessen für eine verbesserte Energieeffizienz und erneuerbaren Energien beschäftigen. So hat etwa das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz bereits der Solarenergie Auftrieb gegeben.

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