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13.05.2011

11:10 Uhr

Bienensterben

Handystrahlung stresst Honigsammler

VonAndreas Donath
Quelle:Golem.de

Spielen die Funkemissionen von Handys eine aktive Rolle beim globalen Bienensterben? Davon ist Wissenschaftler Daniel Favre überzeugt. Er beobachtete bei Bienenvölkern Stresssignale, wenn in ihrer Nähe Handys genutzt werden.

Bienen reagieren gestresst, wenn Handys in ihrer Umgebung aktiv sind. Quelle: dpa

Bienen reagieren gestresst, wenn Handys in ihrer Umgebung aktiv sind.

BerlinDaniel Favre ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Swiss Federal Institute of Technology (EPFL) in Lausanne und arbeitet im Laboratory of Cellular Biotechnology (LBTC). Er hat im Rahmen einer Studie die Theorie aufgestellt, dass Handys einen negativen Einfluss auf Honigbienenvölker haben.

In einem Versuch wurden auf Bienenstöcken zwei Handys zunächst im Standbymodus betrieben und dann eine Verbindung zwischen beiden aufgebaut. Die beiden Geräte hatten in Summe eine spezifische Energieabsorptionsrate unterhalb der offiziellen internationalen Maximalwerte (2 Watt pro Kilo Gewebe).

Die Geräusche der Bienen wurden zunächst ohne Handys aufgezeichnet, um einen Referenzwert zu erhalten. Um Fehler durch natürliche Einflüsse auszuschließen, wurde zu verschiedenen Jahreszeiten gemessen.

Im Standbybetrieb gab es keine Veränderungen. Bei aktiv kommunizierenden Handys erhöhte sich nach 25 bis 40 Minuten die Tonfrequenz dagegen stark. Wurden die Handys ausgeschaltet, beruhigten sich die Bienen nach wenigen Minuten.

Favre schließt daraus, dass die Arbeiterbienen empfänglich für die Funkwellen sind und sich durch die aktiven Mobiltelefone gestört fühlen. Als Reaktion erzeugen sie stark erhöhte Summtöne, die nach Angaben des Forschers normalerweise für die Schwarmvorbereitung genutzt werden oder eine Reaktion auf Störungen im Volk sind. Sollten die Bienen zu einer ungünstigen Zeit ausschwärmen, in der zum Beispiel noch keine neue Königin herangewachsen ist, kann das Volk zugrunde gehen.

Einen Beleg, dass der Mobilfunk einen konkreten Einfluss auf den Schwund von Bienenvölkern hat, blieb Favre allerdings schuldig. Sein Aufsatz wurde im Bienenmagazin Apidologie unter dem Titel "Mobile phone-induced honeybee worker piping" veröffentlicht.

Weltweit suchen Wissenschaftler nach Erklärungen für den massiven Verlust an Bienenvölkern, der in den vergangenen Jahren zu beobachten war. Die Langzeitstudie „Deutsches Bienen-Monitoring“ der Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung geht davon aus, dass eine Milbenart zumindest in Deutschland der Grund für den Verlust vieler Bienenvölker im Winter ist. Doch auch diese Studie ist umstritten. Pflanzenschutzmittel und andere Umweltgifte gelten ebenfalls als mögliche Ursachen des Bienensterbens.   

Kommentare (4)

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IRR

14.05.2011, 08:23 Uhr

Ich habe mit einem Imker gesprochen. Der hat auch gemeint, dass die Ursache für sein Bienensterben eine Milbenart ist. Er muss deshalb die Bienden mit einem Mittel einsprühen, wobei die Milbe dann stirbt.
Warum sich die Bienen nicht gegen die Milben wehren können, ist natürlich eine andere Frage. Vielleicht sind unsere heutige Bienen einfach nicht so widerstandsfähig.

spatenpauli

16.05.2011, 11:31 Uhr

Kontroverse Diskussion zu dieser "Bienenstudie" inklusive Link zum Volltext der Arbeit hier:

http://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=45683

whitemagic777

16.05.2011, 13:09 Uhr

So einen Schwachsinn habe ich schon lange nicht mehr gelesen:

"Favre schließt daraus, dass die Arbeiterbienen empfänglich für die Funkwellen sind und sich durch die aktiven Mobiltelefone gestört fühlen."
Er schließt es also aus.

"Bei aktiv kommunizierenden Handys erhöhte sich nach 25 bis 40 Minuten die Tonfrequenz dagegen stark.

Und: nach 25-40 Minuten? Wer telefoniert so lange neben einem Bienenstock?

Was soll der Bericht bitte?
Eine Schlagzeile widerlegen?

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