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12.01.2007

17:15 Uhr

Bildung

Acht Unis schaffen Sprung ins Elitehochschul-Finale

In der zweiten Auswahlrunde für die Förderung als Elite-Universität haben acht Hochschulen das Finale erreicht: die Rwth Aachen, die FU Berlin, die Humboldt-Universität Berlin sowie die Universitäten Bochum, Freiburg, Göttingen, Heidelberg und Konstanz.

Humboldt-Universität dpa

Denkmal für Alexander von Humboldt vor dem Eingang der nach ihm benannten Universität in Berlin (Archivfoto vom 24.4.2003).

dpa BONN. In der zweiten Auswahlrunde für die Förderung als Elite-Universität haben acht Hochschulen das Finale erreicht: die Rwth Aachen, die FU Berlin, die Humboldt-Universität Berlin sowie die Universitäten Bochum, Freiburg, Göttingen, Heidelberg und Konstanz.

Diese Vorentscheidung der Auswahlgremien der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Wissenschaftsrats (WR) am Freitag in Bonn bedeutet das Aus für 19 weitere Universitäten, die sich ebenfalls um den Elite-Status beworben hatten. Eine Elite-Universität kann mit Mitteln in Höhe von rund 100 Mill. Euro rechnen. In einer ersten Auswahlrunde waren im Oktober 2006 bereits drei Elite-Universitäten gekürt worden: die TH München, die Ludwig- Maximilians-Universität-München und die TH Karlsruhe.

Bei der jetzigen Vorauswahl in insgesamt drei Förderlinien schafften zahlreiche weitere Universitäten mit insgesamt 44 Graduiertenschulen und 40 Forschungszentren den Sprung ins Finale. „Die besten Projekte haben sich in einem fairen Wettbewerb qualifiziert“, sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU). Die Verteilung nach Regionen und Disziplinen sei ausgewogener als in der ersten Runde, als die Geistes- und Sozialwissenschaft deutlich weniger erfolgreich waren. „Im Jahr der Geisteswissenschaften ist besonders das starke Abschneiden geisteswissenschaftlicher Anträge erfreulich. Dadurch wird die hohe internationale Akzeptanz der Geisteswissenschaften in Deutschland deutlich“, sagte die Ministerin.

Nach einem ersten erfolglosen Anlauf haben nun auch die FU Berlin und die Humboldt-Universität Berlin noch Chancen auf den prestigeträchtigen Titel Elite-Universität. Sie sind auch in den anderen Förderkategorien noch mit mehreren Projekten im Rennen. Mit Freiburg, Heidelberg und Konstanz stellt Baden-Württemberg gleich drei neue Elite-Kandidaten. Nach dem Erfolg in der ersten Runde ging Bayern jetzt in der Elite-Kategorie leer aus. Mit Aachen und Bochum stellt Nordrhein-Westfalen zwei Bewerber, wobei vor allem Aachen sehr große Chancen haben dürfte, auch in der Endauswahl zu bestehen. Aus Norddeutschland wurde nur Göttingen in Niedersachsen berücksichtigt. Abgesehen von Berlin kamen keine ostdeutsche Universitäten zum Zuge.

Für die zwei anderen Förderkategorien lagen 278 Vorschläge von 70 Universitäten aus allen Bundesländern vor. Insbesondere Nordrhein-Westfalen schnitt mit sieben verschiedenen Hochschulen insgesamt gut ab. Für alle Bewerbungen müssen die Universitäten nun umfassende Anträge einreichen, die erneut begutachtet werden. Am 19. Oktober siebt ein Bewilligungsgremium aus Wissenschaft und Politik weiter aus und trifft eine endgültige Entscheidung. In der jetzigen Runde wurden sowohl neu eingereichte Anträge beraten als auch Eingaben aus dem ersten Auswahlverfahren.

Mit dem Förderprogramm Exzellenz-Initiative soll die Spitzenforschung an deutschen Universitäten ausgebaut werden. In dem Bund-Länder-Programm stehen für fünf Jahre von 2007 bis 2011 insgesamt 1,9 Mrd. Euro zur Verfügung. Das Geld wird nach drei Richtlinien eingesetzt: für Elite-Konzepte bereits erfolgreicher Hochschulen, für Graduiertenschulen zur Förderung des Nachwuchses und für Spitzenforschungszentren („Exzellenzcluster“). Insgesamt sollen etwa 40 Graduiertenschulen (in der ersten Runde bereits 18 ausgewählt) mit jeweils etwa fünf Mill. Euro und rund 30 Forschungszentren (in der ersten Runde bereits 17 ausgewählt) mit im Schnitt jeweils mehr als 30 Mill. Euro gefördert werden. Die Zahl der Eliteuniversitäten ist noch offen.

Ob das Programm über 2011 hinaus fortgesetzt wird, ist noch unklar. Es gebe von Bund und Ländern „ermutigende Signale“, dass es verstetigt werden könne, sagte DFG-Präsident Prof. Matthias Kleiner. Die Exzellenzinitiative habe eine vorher nicht gekannte Aufbruchstimmung und neuen Schwung in die deutschen Universitäten gebracht und sie werde dazu beitragen, dass die Universitäten auch nach internationalen Qualitätsstandards vorankommen.

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