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09.01.2005

10:55 Uhr

Forschung + Medizin

Bildungsforscher: Vorschulkinder kompetenter als vor 25 Jahren

Kinder im Vorschulalter sind laut einer Studie des Bildungsforschers Andreas Frey heute in der Regel kompetenter als noch vor 25 Jahren.

Vorschulkinder

Vorschulkinder sind nach Ansicht eines Bildungsexperten heute kompetenter als vor 25 Jahren.

dpa LANDAU. Kinder im Vorschulalter sind laut einer Studie des Bildungsforschers Andreas Frey heute in der Regel kompetenter als noch vor 25 Jahren. Bestätigt habe die Studie „Wie fähig sind Deutschlands Drei- bis Siebenjährige?“ auch die These besonderer Leistungsfähigkeit von Mädchen in diesem Alter, sagte Frey in einem dpa-Gespräch.

„Die drei- bis siebenjährigen Mädchen sind in fast allen Bereichen besser als gleichaltrige Jungen. Nur in der Motorik haben die Jungen einen Vorsprung.“ Frey hat für seine Studie nach eigenen Angaben 3 500 vorwiegend aus Süddeutschland stammende Kinder im Alten von drei bis sieben Jahren befragt.

Vor allem räume die Studie mit dem Vorurteil auf, Mädchen seien technisch unbegabt. „Sie können in dem Alter genauso gut mit dem Computer, der Fotokamera und dem DVD-Player umgehen wie die Jungen.“ Die Untersuchung zeigt nach Angaben des Wissenschaftlers vom Zentrums für empirische pädagogische Forschung der Universität Koblenz-Landau wie schon die Pisa-Studie, dass Kinder mit wohlhabenden Eltern einen deutlichen Entwicklungsvorsprung haben. „Die Schere zwischen Arm und Reich wirkt sich schon bei den Dreijährigen aus.“

Es sei daher sinnvoll, wenn die Kinder bereits in den Kindergärten Lesen und Schreiben lernten, sagte Frey. „Dann wäre in der Schulzeit der Vorsprung der besonders geförderten Kinder nicht so groß.“ Dennoch sprach sich der Pädagoge strikt gegen einen generell früheren Schuleintritt aus. „Die Kinder sollen in dem Alter unbedingt noch ihren Spieltrieb ausleben können.“

Frey hat seine Ergebnisse mit einer Befragung von 1979 verglichen. Dass die Vorschüler heute kompetenter als früher seien, passe nur auf den ersten Blick nicht mit dem schlechten Abschneiden deutscher Schüler in der Pisa-Studie zusammen. „Das ist kein Widerspruch.“ In der Vorschule gehe es familiär zu. In der Schule dagegen „bleiben keine Freiräume mehr, um schwächeren Kindern zu helfen“.

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