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10.10.2011

10:34 Uhr

Billige Alternative

Das iPhone wird zum Mikroskop

VonAndreas Donath
Quelle:Golem.de

US-Wissenschaftler haben die Kamera des iPhones zu einem Mikroskop umgebaut. Mit einer 350-fachen Vergrößerung lassen sich zum Beispiel Blutproben gut untersuchen.

Oben Bilder eines herkömmlichen Mikroskops, darunter das jeweils gleiche Motiv, aufgenommen mit dem iPhone. UC Davis/Plosone.org/CC BY 2.5

Oben Bilder eines herkömmlichen Mikroskops, darunter das jeweils gleiche Motiv, aufgenommen mit dem iPhone.

BerlinUS-Forscher wollen das iPhone zum Billig-Mikroskop umfunktionieren. Das eingesetzte Material kostet weniger als 10 Euro. Gedacht ist die Entwicklung für Länder mit schwacher medizinischer Versorgung

Der Materialeinsatz beschränkt sich auf etwas Klebeband, eine Gummimanschette und eine runde Linse mit einem Millimeter Durchmesser, die vor dem eigentlichen Objektiv des iPhones platziert wird. Die Durchlichtmikroskopie wird mit Hilfe einer externen Lichtquelle, einem Diffuser und dem eigentlichen Objektträger sowie dem Deckglas durchgeführt, die vor die iPhone-Kamera gehalten werden.

Das Forscherteam der Universität Kalifornien Davis hat das 350fach-Mikroskop aber nicht nur von der Hardwareseite optimiert. Die Bilder weisen durch die billige Linsenkonstruktion nämlich mehrere optische Fehler auf. Zum einen ist das Bild gekrümmt und zum anderen nur in der Mitte scharf. Das reichte den Forschern nicht.

Mit zwei Bildagorithmen wird das Foto deshalb nach der Aufnahme verbessert. Dabei wird einerseits die kissenartige Verzerrung korrigiert, so dass der Rand nicht mehr gebeugt erscheint.

Die Randunschärfe kann damit jedoch nicht kompensiert werden. Um dieses Problem auszugleichen, verwenden die Forscher eine andere Methode. Dabei werden mehrere Aufnahmen mit leichter Abstandsänderung zum Objektiv gemacht, um unterschiedliche Bereiche scharf zu stellen. Danach wurden die Aufnahmen kombiniert.

Die Forscher haben außerdem eine Konstruktion ersonnen, um die iPhone-Kamera zur Spektroskopie einzusetzen. Dabei wird vor das Objektiv ein Gitterspektrometer gesetzt. Es realisiert mit einer einfachen Linsenoptik einen spaltförmigen Lichteintritt vor einem simplen Beugungsgitter, das mit einer Folie realisiert wurde. Die Konstruktion wird vor das iPhone-Objektiv gesetzt.

Ihre Ergebnisse haben die Forscher im Artikel Cell-Phone-Based Platform for Biomedical Device Development and Education Applications in Plos One mit zahlreichen Bildbeispielen online publiziert.

Kommentare (1)

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FreundHein

13.10.2011, 12:59 Uhr

Was hat das bitteschön mit dem faulen Apple zu tun? Die Apparillos kan man vor jedes ähnliche Objektiv halten. Es gehen also auc andere Smartphones, aber auch Netbooks einfache Digicams etc.

Bei letzteren müsste man die Rechnerei einem externen Computer überlassen, bei den anderen Geräten ist es lediglich eine Adaption an das jeweilige Betriebssystem, die nicht allzu schwer fallen sollte.

Hier wird also mal wieder völlig überflüssigerweise kostenlos Reklame für ein Produkt gemacht. Genau solche Meldungen sind es nämlich, die den absolut überflüssigen und sinnlosen Kult um Apple erst am Leben halten.

Red., think twice!!

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