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03.06.2015

11:11 Uhr

Biologie

Auch Schimpansen könnten Kochshow

Der Übergang zur Ernährung mit gekochtem Essen stellt einen Meilenstein in der Entwicklung des Menschen dar. Doch auch unsere nächsten Verwandten hätten die kognitiven Fähigkeiten, um Nahrung zu kochen.

Auch Schimpansen könnten ihre Nahrung kochen - die kognitiven Fähigkeiten dafür besitzen sie. dpa

Essender Schimpanse

Auch Schimpansen könnten ihre Nahrung kochen - die kognitiven Fähigkeiten dafür besitzen sie.

CambridgeGeduld, Selbst-Beherrschung und Motivation: Ähnlich wie der Mensch besitzen Schimpansen die elementaren kognitiven Fähigkeiten, die für das Kochen von Nahrung notwendig sind. Zu diesem Ergebnis kommen zwei US-Forscher nach mehreren Experimenten mit den Menschenaffen. Die Tiere lieben Gekochtes – und nutzen gezielt eine Art Herd, um es zu bekommen, berichten die Wissenschaftler im Fachblatt „Proceedings B“ der britischen Royal Society.

Der Übergang zur Ernährung mit gekochtem Essen stellt einen Meilenstein in der Entwicklung des Menschen dar. Verglichen mit Früchten, Blättern und rohem Fleisch kann der Mensch mit gekochten Nahrungsmitteln deutlich mehr Energie aufnehmen. Forscher vermuten, dass dieser Nahrungswechsel eine wichtige Voraussetzung dafür war, größere Gehirne entwickeln zu können – denn Hirngewebe benötigt extrem viel Energie.

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Die Neigung des Menschen, sich an Vergorenem zu berauschen, hat sich offenbar deutlich früher entwickelt als bislang vermutet: Schon für unseren letzten gemeinsamen Vorfahren mit den Affen war Alkohol ein Thema.

Noch sind aber viele Fragen zu dieser Entwicklung offen: Wie lange wurde das Feuer vom Menschen vor allem für Wärme und Licht genutzt – und ab wann auch für die Zubereitung von Speisen? Und führte die Kontrolle des Feuers schnell zum Kochen oder fand diese Entwicklung verzögert statt?

Für ein schnelles Erlernen des Kochens spräche, wenn bereits die letzten gemeinsamen Vorfahren von Mensch und Affe die für das Kochen elementaren Fähigkeiten besaßen. Um dies zu klären, konfrontierten die Forscher Schimpansen, die zu den engsten Verwandten des Menschen zählen, mit neun verschiedenen Tests.

Während der Versuche saßen die Schimpansen, die selbst entscheiden konnten, ob sie mitmachen mochten oder nicht, dem Versuchsleiter an einem Tisch gegenüber. Durch Zeigen oder Berührung konnten sie jeweils eine bestimmte Option wählen. In den ersten Experimenten stellten die Forscher fest, dass die Tiere lieber gekochte als rohe Süßkartoffeln fressen. Dies war auch dann der Fall, wenn die Schimpansen auf die gekochte Nahrung warten mussten und vor die Wahl gestellt wurden: Ein Stückchen rohe Süßkartoffel sofort – oder lieber drei gekochte Stückchen etwas später?

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