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14.10.2016

11:03 Uhr

Biologie

Diese Spinne hört mit den Haaren

Springspinnen sind bekannt für ihre ausgezeichnete Sehfähigkeit. Doch das ist offenbar nicht der einzige Sinn, der bei den achtbeinigen Jägern außergewöhnlich gut funktioniert, wie eine aktuelle Untersuchung zeigt.

Springspinnen nehmen Geräusche auf viel größere Entfernung war als bislang angenommen. Foto: Gil Menda/Hoy Lab dpa

Spinne mit Hörvermögen

Springspinnen nehmen Geräusche auf viel größere Entfernung war als bislang angenommen. Foto: Gil Menda/Hoy Lab

IthacaSpringspinnen können hören – und zwar sehr viel besser als bislang angenommen. Wie US-Forscher zeigten, nehmen die kleinen Krabbler Geräusche noch aus mehreren Metern Entfernung wahr. Das ist überraschend, weil Spinnen keine klassischen Ohren mit Trommelfell besitzen, was gemeinhin als Voraussetzung gilt, um Geräusche aus der Ferne wahrzunehmen. Vermutlich registrieren sie Luftschwingungen mit winzigen Haaren an ihren Vorderbeinen, berichten die Wissenschaftler im Fachblatt „Current Biology“.

Die Springspinnen sind für ihr ausgezeichnetes Sehvermögen bekannt. Geräusche, so hatten Experten bisher angenommen, können sie nur in unmittelbarer Nähe hören. Forscher um Paul Shamble von der Cornell University in Ithaca (US-Staat New York) zeigten nun, dass diese Annahme wohl falsch ist.

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Wer sagt denn, dass sich Spinnen nur von Fleisch ernähren? Auch bei den Achtbeinern steht manchmal Grünzeug auf dem Speiseplan. Bei der „Jagd“ auf Pflanzen hilft ihnen mitunter ihr räuberischer Instinkt.

Die Wissenschaftler spielten Springspinnen der in Nordamerika verbreiteten Art Phidippus audax zunächst aus unterschiedlichen Entfernungen Töne verschiedener Frequenzen vor und beobachteten, was geschah. Sie sahen, dass die Tiere bei Geräuschen schlagartig erstarrten. Das ist eine übliche Reaktion auf bedrohliche Reize. Die Spinnen reagierten am stärksten im niedrigen Frequenzbereich von etwa 80 Hertz.

Als nächstes wurde die Aktivität bestimmter Nervenzellen im Gehirn der Spinnen untersucht. Dabei zeigte sich, dass die Zellen als Reaktion auf Geräusche „feuerten“ – also aktiv wurden. Das klappte noch aus einer Entfernung von drei Metern.

Die Aktivität der Nervenzellen ließ sich auch auslösen, wenn die Forscher winzige Haare an den Vorderbeinen der Spinnen bewegten. Dies ist ein Hinweis darauf, dass die Tiere mit den Haaren akustische Signale registrieren.

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