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23.01.2012

15:45 Uhr

Biologie

Liberale achten auf Schönes, Konservative auf Bedrohliches

Konservativ oder liberal? Die politische Einstellung hängt auch von biologischen Merkmalen ab. Das hat eine neue Studie gezeigt.

Der damalige US-amerikanische Präsident George W. Bush (M) trifft 2009 den früheren Präsidenten George H.W. Bush (l), den designierten Präsidenten Barack Obama (2.v.l), den ehemaligen Präsidenten Bill Clinton (2. v.r) und den ehemaligen Präsidenten Jimmy Carter (r). Die politische Einstellung hängt auch von biologischen Merkmalen ab, stellten Forscher fest. dpa

Der damalige US-amerikanische Präsident George W. Bush (M) trifft 2009 den früheren Präsidenten George H.W. Bush (l), den designierten Präsidenten Barack Obama (2.v.l), den ehemaligen Präsidenten Bill Clinton (2. v.r) und den ehemaligen Präsidenten Jimmy Carter (r). Die politische Einstellung hängt auch von biologischen Merkmalen ab, stellten Forscher fest.

London/LincolnDie politischen Ansichten eines Menschen sind zumindest teilweise biologisch begründet. Zu diesem Schluss kommen US-Forscher nach Experimenten mit liberal und konservativ eingestellten Männern und Frauen. Konservative widmeten sich von Natur aus eher negativen Aspekten, schreiben die Forscher im Journal „Philosophical Transactions of the Royal Society B“. Liberale konzentrierten sich dagegen stärker auf Positives. Im amerikanischen Sprachraum wird das Wort liberal vor allem für eher linksliberal orientierte Menschen verwendet, die gegensätzliche politische Strömung ist der Konservatismus.

Die Psychologen und Politikwissenschaftler um John Hibbing von der Universität von Nebraska in Lincoln hatten 200 Männer und Frauen mit einem Durchschnittsalter von 42 Jahren in die Studie einbezogen. Mit Tests und Fragebögen wurden deren politischen Ansichten erfragt. Dann wurden die Teilnehmer einzeln vor einen Bildschirm gesetzt, auf dem je zwei Bilder zu sehen waren: ein angenehmes etwa von einem glücklichen Kind oder einem süßen Kaninchen sowie ein unschönes etwa von einer offenen Wunde mit Maden oder einer Spinne auf einem Gesicht. Über Elektroden auf der Haut wurde die Stärke emotionaler Reaktionen erfasst, über sogenannte Eyetracker die Augenbewegungen.

„Konservative reagierten stärker auf unschöne Bilder, schauten eher zu ihnen hin und ließen ihren Blick länger darauf verharren; Liberale reagierten im Vergleich stärker auf die angenehmen Bilder und sahen sie länger an“, heißt es in einer Mitteilung der Universität zur Studie. „Es wird gesagt, dass Konservative und Liberale die Dinge nicht auf die gleiche Weise betrachten“, wird der Psychologe Michael Dodd zitiert. „Diese Ergebnisse beweisen das.“

Kommentare (2)

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Alex

23.01.2012, 16:42 Uhr

Die Fokussierung auf biologische Orientierungen finde ich recht fragwürdig.
Man kann sich ganz einfach daran erinnern, dass konservative und rechte Anschauungen bevorzugt Ängste besonders prägnant herausheben (Angst vor Veränderung, Kriminalität, Fremden ...), während progressive und linke Anschauungen bevorzugt Hoffnung und Optimismus hervorheben (Freude auf Veränderung, Chancen, unbekannte, bislang fremde Personen).
Dass Menschen, die auf negative Assoziationen besonders ansprechen und deren Leben eher angstgeprägt ist, eher konservativ wählen, ist eine einfache, rationale Schlussfolgerung, die auch von dieser Studie unterstützt wird.
Kurz gesagt: Rechte haben mehr Schiss vorm Leben als Linke. Nichts neues im Westen.

Ob diese optimistische oder eher pessimistische Sichtweise des Lebens aber auf biologischen Ursachen oder auf persönlichen Erfahrungen in Leben, Erziehung und kulturellem Umfeld beruhen, dazu sagt die Studie rein gar nichts aus.

Alex

23.01.2012, 16:42 Uhr

Die Fokussierung auf biologische Orientierungen finde ich recht fragwürdig.
Man kann sich ganz einfach daran erinnern, dass konservative und rechte Anschauungen bevorzugt Ängste besonders prägnant herausheben (Angst vor Veränderung, Kriminalität, Fremden ...), während progressive und linke Anschauungen bevorzugt Hoffnung und Optimismus hervorheben (Freude auf Veränderung, Chancen, unbekannte, bislang fremde Personen).
Dass Menschen, die auf negative Assoziationen besonders ansprechen und deren Leben eher angstgeprägt ist, eher konservativ wählen, ist eine einfache, rationale Schlussfolgerung, die auch von dieser Studie unterstützt wird.
Kurz gesagt: Rechte haben mehr Schiss vorm Leben als Linke. Nichts neues im Westen.

Ob diese optimistische oder eher pessimistische Sichtweise des Lebens aber auf biologischen Ursachen oder auf persönlichen Erfahrungen in Leben, Erziehung und kulturellem Umfeld beruhen, dazu sagt die Studie rein gar nichts aus.

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