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13.09.2012

10:50 Uhr

Biosprit aus Jatropha

Der Strauch, mit dem man in die Luft gehen kann

VonMarkus Fasse, Silke Kersting

Die Jatro AG bietet alternatives Flugbenzin aus dem Jatropha-Strauch an und verspricht einen konkurrenzfähigen Preis. Das Beste: Die Pflanze ist ungenießbar und liebt Brachflächen.

Aus dem Öl der Wolfsmilchpflanze könnte der Biosprit von morgen entstehen. ap

Aus dem Öl der Wolfsmilchpflanze könnte der Biosprit von morgen entstehen.

BerlinEr ist ungenießbar, liebt Brachflächen - und ist ein Hoffnungsträger der Luftfahrtindustrie. Geht es nach den Vorstellungen der Frankfurter Jatro AG, wird der Jatropha-Strauch in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle im Weltluftfahrtverkehr spielen.

Denn das gepresste Öl der Wolfsmilchpflanze soll, raffiniert zu Biokerosin, die Fluglinien unabhängiger vom Rohölpreis machen. „Unser Treibstoff ist seit letztem Jahr für Jet-Triebwerke freigegeben, die Nachfrage ist groß“, sagt Jatro-Chef Christoph Weber dem Handelsblatt.

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Dazu werden zunächst 100.000 Hektar von kleinen Farmern im Norden Thailands bewirtschaftet, später sollen weitere Flächen in Indonesien, Laos und Kambodscha hinzukommen. Eingesetzt werden von der Universität Hohenheim speziell gezüchtete Jatropha-Pflanzen, „die in keiner Weise in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion stehen“, versichert Weber.

„Wir forsten die Wälder auf und sorgen für Einkommen bei der Landbevölkerung.“ Partner vor Ort sind die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die Weltbank, aber auch der arabische Technologiefonds Masdar. Die Herausforderung für die Branche ist enorm: Der weltweite Luftverkehr wächst, soll das aber ab 2020 CO2-neutral tun. Bis 2050 sollen die Emissionen sogar um 50 Prozent im Vergleich zum Jahr 2005 reduziert werden. Diese Ziele haben sich die im Weltairlineverband IATA zusammengeschlossenen Fluggesellschaften gesetzt.

Kommentare (2)

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Klaus_Tropf

13.09.2012, 17:26 Uhr

Der Artikel bedarf einer sachlichen Berichtigung:

Die "speziell gezüchteten Jatropha-Pflanzen", mit welchen Herr Weber hunderttausende von Hektar in Thailand, Indonesien, Laos und Kambodscha bepflanzen möchte, werden nicht von der Universität Hohenheim stammen können, da diese keinerlei Jatropha-Zuchtprogramm betreibt. Diese Art von "Kreditleihe" mit Falschangaben sollte deshalb in einer seriösen Zeitung wie dem Handelsblatt unterbleiben.

Wenn mit der universitären Referenzangabe die Jatroselect GmbH Stuttgart gemeint sein sollte, welche als spin-off aus der Uni Hohenheim hervorging und seit mehreren Jahren ein wissenschaftlich fundiertes Jatropha-Zuchtprogramm betreibt, so kann ich als kaufmännischer Geschäftsführer dieser GmbH nur feststellen, dass mit uns bislang noch keine Kaufgespräche über Jatropha-Saatgut geführt wurden.

Klaus Tropf, JatroSelect GmbH Stuttgart


hempstar

14.09.2012, 06:44 Uhr

Zitat "Das Beste: Die Pflanze ist ungenießbar und liebt Brachflächen."
Welchen Nutzen hat es, dass die Pflanze ungenießbar ist? Der einzige Vorteil ist doch wohl, dass man suggerieren kann, dass die heuchlerische "Tank oder Teller"-Diskussion nicht weiter befeuert wird. Zum Glück haben Rosen Dornen, dann kann man sie nicht Essen. Man kann sie sich also berühigt auf den Tisch stellen und sie fehlen nicht auf dem Teller.

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