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05.01.2004

08:30 Uhr

Biotechnische Methoden zur Behandlung

Entzündungshemmende Proteine heilen Bandscheibenvorfall

VonHans Schürmann (Handelsblatt)

Die Behandlung von Bandscheibenvorfällen ist oft schwierig – zu vielfältig sind die Einflussfaktoren, die zu den Beschwerden führen. Daher beschränken sich heute noch viele Orthopäden auf die Linderung der Symptome.

HB DÜSSELDORF. Dabei stehen schmerzlindernde Medikamente und Krankengymnastik im Vordergrund. „Es gibt aber noch wirksamere Methoden“, sagt der Orthopäde Peter Wehling aus Düsseldorf, der Bandscheibenvorfälle mit entzündungshemmenden Proteinen heilt.

Bei einem Bandscheibenvorfall handele es sich nicht nur um ein mechanisches Problem, bei dem es nur darauf ankomme, den Druck wegzunehmen. „Hier läuft vielmehr eine molekulare Kettenreaktion ab, die gestoppt werden muss“, sagt der Arzt, der zusammen mit anderen Medizinern neue biotechnische Methoden zur Behandlung von orthopädischen Erkrankungen entwickeln will.

Bei den meisten Bandscheibenvorfällen kommt es durch die aus der Fassung geratene Bandscheibe zur Ausschüttung von Zytokinen. Das sind Botenstoffe des Immunsystems, die ursächlich an der Entstehung von Schmerzen und Nervenschädigungen beteiligt sind. „Während üblicherweise die Schmerzbekämpfung im Vordergrund steht, greifen wir mit unserer Methode in den Entzündungsprozess ein und helfen dem Körper gesund zu werden“, erläutert Wehling die Strategie.

Der Orthopäde spritzt den Entzündungshemmstoff „Anti-TNF“ genau an die Stelle, an der die Bandscheibe heraustritt. Dadurch werden die Botenstoffe unschädlich gemacht und die Entzündung geht zurück. Die Behandlung besteht in der Regel aus vier Injektionen, die der Patient zurzeit noch selbst bezahlen muss.

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