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16.01.2008

17:31 Uhr

Blockade durchbrochen

Deutsche Antarktisstation erreicht ihr Ziel

Die neue deutsche Forschungsstation „Neumayer III“ hat endlich ihren Bestimmungsort in der Antarktis erreicht. Nach tagelanger Zwangspause wegen widriger Eisverhältnisse konnte der Transportfrachter jetzt endlich aus seinem Gefängnis befreit werden.

Der Eisbrecher Polarstern beendete die Zwangspause des Frachters Naja Arctica Foto: dpa dpa

Der Eisbrecher Polarstern beendete die Zwangspause des Frachters Naja Arctica Foto: dpa

HB BREMERHAVEN. Die neue deutsche Forschungsstation „Neumayer III“ hat mit Hilfe eines Eisbrechers ihr Ziel in der Antarktis erreicht. An Bord des Frachters „Naja Arctica“ kamen rund 3 500 Tonnen Material zum Bau der neuen Forschungsstation am Mittwoch an der Anlegestelle an der Eiskante an, wie das Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven mitteilte.

Widrige Eisverhältnisse hatten dem Frachter lange den Weg versperrt. Nachdem sich die Hoffnung auf einen Sturm, der die Eismassen zerstreut hätte, nicht erfüllten, musste schließlich der Eisbrecher „Polarstern“ zu Hilfe gerufen werden. Ihm gelang es, eine Fahrrinne durch die mehrere Meter dicke Meereisbarriere zu brechen.

Nach Angaben des Institutes kann nun der Bau der Station beginnen. Es sei vorgesehen, den Stahlbau in dieser Saison weitestgehend abzuschließen. Die geplante Fertigstellung im Frühjahr 2009 sei nicht gefährdet.

6,5 Kilometer südlich der derzeit betriebenen Neumayer-Station II soll die neue Forschungsstation errichtet und im Frühjahr 2009 in Betrieb genommen werden. „Neumayer III“ wird vom Bundesforschungsministerium mit 26 Mill. Euro gefördert. Der Neubau wurde notwendig, weil die derzeit ganzjährig von neun Überwinterern betriebene Station „Neumayer II“ seit ihrer Inbetriebnahme 1992 bereits zwölf Meter in Schnee und Eis versunken ist.

Die Konstruktion der neuen und größeren Station fußt anders als ihre zwei Vorgänger auf hydraulischen Stelzen, was einem Einsinken ins 200 Meter starke Schelfeis entgegenwirken soll. Der Forschungsbetrieb soll so für 25 bis 30 Jahre gewährleistet werden.

1981 entstand die erste Antarktisstation. Sie wurde nach dem Geophysiker und Förderer der deutschen Südpolarforschung Georg von Neumayer (1826- 1909) benannt.

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