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03.04.2016

10:53 Uhr

Blue Origin „New Shepard“

Weltraumfirma von Amazon-Chef Bezos testet erfolgreich Rakete

Wichtiger Erfolg für Blue Origin im Wettlauf um günstigere Raumtransporte: Die private Raumfahrtfirma von Amazon-Chef Jeff Bezos hat den dritten erfolgreichen Test seiner wiederverwendbaren Rakete „New Shepard“ vermeldet.

Wie aus dem Bilderbuch

Recycle-Rakete startet dritten Testflug

Wie aus dem Bilderbuch: Recycle-Rakete startet dritten Testflug

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SeattleDas Weltraumunternehmen Blue Origin von Amazon -Chef Jeff Bezos kommt mit der Entwicklung wiederverwendbarer Raketen für Flüge ins All voran. Am Samstag sei der dritte Testflug geglückt, teilte das Unternehmen mit. Die Rakete „New Shepard“ sei auf einem Testgelände nahe dem Ort Van Horn im US-Bundesstaat Texas erfolgreich gestartet und einige Minuten später wieder aufrecht gelandet. Die unbemannte Raumkapsel mit Platz für sechs Passagiere sei eigenständig auf einem nahe gelegenen Gelände mit Hilfe eines Fallschirms auf die Erde zurückgekehrt. Bezos, der auch den erfolgreichen Internetversandhändler Amazon gründete, sprach auf Twitter von einer perfekten Landung. Es war demnach der dritte erfolgreiche Test nach ähnlichen Erprobungsflügen im November und Januar.

Die New Shepard besteht aus einer Startrakete und einer Kapsel, die irgendwann auch Astronauten ins All bringen soll. Wie Bezos erklärte, landete die Kapsel mit einem Fallschirm, während das Triebwerk der Rakete bei der Rückkehr zur Erde planmäßig wieder zündete und so eine sichere Landung ermöglichte.

Blue Origin und der US-Konkurrent Space X, eine Firma des Chefs des US-Elektroauto-Pioniers Tesla, Elon Musk, arbeiten derzeit fieberhaft an einer serienreifen Rakete, die nach erledigter Mission nicht zerstört wird, sondern wieder auf der Erde landet und erneut eingesetzt werden kann. Dadurch sollen die Kosten für Raumtransporte deutlich gesenkt werden.

Bezos will mit seiner Firma zahlenden Passagieren von 2018 an Weltraumflüge anbieten. Im kommenden Jahr sollen zunächst Testpiloten mit der Rakete in eine Höhe von rund 100 Kilometern über der Erde fliegen. In dieser Höhe kann die Besatzung für einige Minuten Schwerelosigkeit erfahren und die Erde vor dem schwarzen Hintergrund des Alls betrachten.

Wie viel Amateur-Astronauten dafür hinblättern müssen, ließ Bezos bislang offen. Er wolle sich aber an der Konkurrenz orientieren. Damit könnten rund 250.000 Dollar fällig werden. Für diese Summe verkauft die Firma Virgin Galactic von Bezos' britischem Milliardärs-Kollegen Richard Branson bereits Tickets für ähnliche Flüge.

Wegen der Einstellung ihres eigenen Raketenprogramms ist die US-Weltraumbehörde Nasa auch auf die Dienste von privaten Raumfahrtunternehmen angewiesen. Außerdem lockt private Anbieter der Transport von Satelliten ins All als lukratives Geschäft.



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