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11.05.2018

17:23 Uhr

Boring Company

Musk startet sein Tunnelsystem unter Los Angeles

VonLisa Oenning

Unter Los Angeles baut die „Boring Company“ von Tesla-Gründer Elon Musk das Loop-Tunnelsystem. Einen Prototyp-Abschnitt können die Amerikaner schon bald gratis testen.

Die „Boring Company“ baut einen Tunnel unter Los Angeles. imago/ZUMA Press

Tunnelbohrmaschine

Die „Boring Company“ baut einen Tunnel unter Los Angeles.

DüsseldorfMit unterirdischen Tunneln will Tesla-Gründer Elon Musk die amerikanischen Metropolen verbinden. Was bisher nicht mehr als eine weitere Vision des umtriebigen Unternehmers war, könnte schon bald Realität werden. Unter den Straßen von Los Angeles baut Musks „Boring Company“ die ersten Tunnel für das Projekt „Loop“.

Der Tesla-Gründer lud am Donnerstag in seinem Instagram-Profil einen kurzen Clip hoch, auf dem ein Prototyp-Teil des Tunnels zu sehen ist. Eine Kamera fliegt darin rückwärts durch den Tunnel, an ein paar Arbeitern vorbei, hält an einer Ampel, fährt dann erst langsam und plötzlich schnell wieder nach vorn. „Der erste ,Boring Company'-Tunnel unter LA ist fast fertig“, schrieb Musk dazu auf der Plattform. Seit dem Upload wurde dass Video bereits mehr als 1,7 Millionen Mal angesehen.

Alles begann Ende 2016: Da erklärte Musk, eine Tunnelbohrmaschine bauen zu wollen. Er sei genervt von Staus, in denen er mit seinen Autos im Stau steckenbleibe. Mit der Maschine wolle er ein Tunnelsystem bauen, das Autos, aber auch Fahrräder und Fußgänger schnell und problemlos von A nach B transportiert. Also gründete er eine Firma unter dem Namen „Boring Company“, ließ erst die Maschine und jüngst also den Tunnel bauen.

Musk-Post

Musks neue Technologie funktioniert folgendermaßen: Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger kommen zu einem Einstiegspunkt, an dem ein Fahrstuhl sie in den Untergrund befördert. Dort gibt es elektrisch angetriebene Transportfahrzeuge – so genannte Pods –, die Autos sowie Fahrradfahrer und Fußgänger getrennt zum Ziel bringt. Musk sagte bei der Vorstellung, dass die Transportvehikel sogar in der Lage seien, Düsenjets zu übertreffen.

Das Loop-System gilt als Vorstufe für den Hyperloop – ein unterirdisches Transportsystem, mit dem die 570 Kilometer zwischen San Francisco und Los Angeles in nur 35 Minuten zurücklegt werden könnten. Während der Hyperloop auf eine Geschwindigkeit von bis zu 960 Stundenkilometer beschleunigen kann, werden die Pods in den Tunneln des Loop-Projekts mit bis zu 240 Stundenkilometern unterwegs sein.

Bei den ersten Tests dürfte dieser Top-Speed auch im Loop-System kaum erreicht werden. Denn die bisher fertiggestellte Prototyp-Strecke ist gerade einmal 3,2 Kilometer (zwei Meilen) lang. Der gesamte Prototyp-Abschnitt soll am Ende des Baus aber auf die dreifache Länge erweitert werden und von West-LA nach Inglewood führen. Weitere Strecken sind in Planung.

Musk kündigte in seinem Instagram-Post an, dass die Firma bereits in ein paar Monaten kostenlose Fahrten anbieten werde, bis alle Genehmigungen der Behörden vorlägen. Und: „Wie bereits in früheren Beiträgen erwähnt, wird das System immer Fußgängern und Fahrradfahrern Vorrang geben, für weniger als zum Preis eines Bustickets“, schrieb Musk auf Instagram.

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Kommentare (1)

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Herr Lothar Bitschnau

11.05.2018, 20:03 Uhr

Der erste Abschnitt der Londoner U-Bahn wurde 1863 eröffnet.
Der Arlbergbahntunnel in Österreich mit 10,65 KM wurde nach fünfjähriger Bauzeit 1884 eröffnet.
Weltweit existieren hochmoderne, hocheffiziente U-Bahnnetze, Bahn - und Straßentunnels, bis hin zu Abwasserentsorgungstunnels und vieles mehr. So ganz neu ist die Idee nicht.
Hut ab, wenn Hr. Musk das alles ökonomisch und technisch in den Schatten stellen will.

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