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28.08.2012

08:20 Uhr

Cannabis Sativa

Kiffen macht langfristig dumm

Kiffen ist nicht nur schädlich für die Gesundheit. Eine Langzeitstudie über fast 40 Jahre aus den USA zeigt: Cannabis-Konsum lässt den IQ unwiderruflich schrumpfen - besonders bei Jugendlichen.

Cannabis-Konsumentin in Berlin. Der IQ von regelmäßigen Cannabis-Konsumenten sinkt einer US-Studie zufolge dauerhaft. dpa

Cannabis-Konsumentin in Berlin. Der IQ von regelmäßigen Cannabis-Konsumenten sinkt einer US-Studie zufolge dauerhaft.

Washington/BerlinCannabis zu rauchen macht nach einer US-Studie dumm - vor allem junge Menschen. Forscher um Madeline Meier von der Duke University in Durham (Bundesstaat North Carolina) fanden in einer fast 40 Jahre andauernden Studie heraus, dass Hanfkonsum das zentrale Nervensystem unwiderruflich schädigen und den Intelligenzquotienten (IQ) senken kann. Das berichten sie im US- Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences“ („Pnas“).

Nach Angaben der Wissenschaftler nimmt der IQ umso stärker ab, je früher die Menschen beginnen, Cannabis zu sich zu nehmen. Bei dauerhaften Konsumenten stellten sie fest, dass sich bestimmte Bereiche des Gehirns deutlich verschlechterten und dieser Zustand über Jahre anhält. Darüber hinaus zeigten ihre Untersuchungen, dass Langzeit-Kiffer mehr Probleme haben, sich zu konzentrieren oder sich an etwas zu erinnern.

Insbesondere Jugendliche laufen der Studie zufolge Gefahr, zu dauerhaften Konsumenten zu werden, je früher sie in Kontakt mit der Droge kommen. Auch ihr IQ nahm deutlich ab. Das jugendliche Gehirn ist nach Angaben der Forscher nicht in der Lage, sich völlig von den Folgen zu erholen. Während des Wachstums mache das Gehirn von Jugendlichen entscheidende Veränderungen durch. Cannabis habe Effekte, die das Nervensystem nachhaltig schädigten.

Für ihre Studie untersuchten die Forscher über 1000 Menschen, die Anfang der 70er Jahre in Neuseeland geboren worden waren. Meier und ihre Kollegen begleiteten die Teilnehmer 38 Jahre lang.

Cannabis-Konsum hat offenbar an Reiz verloren

Unterdessen wurde bereits am vergangenen Freitag bekannt, dass Jugendliche in Deutschland weniger Cannabis konsumieren, als es noch vor zehn Jahren der Fall war. Dies ist eines der Resultate der HBSC-Kinder- und Jugendgesundheitsstudie der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Demnach gaben 2010 knapp elf Prozent der Jungen an, Erfahrungen mit Cannabis gemacht zu haben, 2002 waren es noch 22 Prozent. Bei Mädchen war ein Rückgang von 14,8 auf 5,7 Prozent zu verzeichnen. Dieses und weitere Ergebnisse der Studie sind gerade im Sonderheft "Das Gesundheitswesen" im Thieme Verlag veröffentlicht worden.

Die HBSC-Studie wird seit mehr als 25 Jahren durchgeführt. Befragt werden alle vier Jahre Zehn- bis 16-Jährige in mittlerweile über 40 Ländern. Beteiligt sind mehr als 200.000 Kinder und Jugendliche, in Deutschland etwa 5.000.

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

28.08.2012, 08:41 Uhr

Das ist nicht neu - und sicher tut da Aufklärung vor allem durch das Elternhaus not
Aber gibt es so eine Studie auch zum Thema Alkohol? Da dürften die Auswirkungen doch noch schlimmer sein - aber der Konsum ist nach wie vor egal.

peter_twister

28.08.2012, 08:58 Uhr

Im statistischen Sinne eine völlig unrelevante Studie. Die viel wichtigere Studie müsste heissen: Trinken macht langfristig dumm! Millionen Kinder starten ihre Drogenkarriere mit Alkohol und bleiben dieser Einstiegsdroge treu bis in den eigenen Tod und über den tod anderer Verkehrsteilnehmer hinaus. Dass sie dabei intellektuell weniger leistungsfähig werden mal ganz nebenbei erwähnt. Brüderle lässt grüssen!

Account gelöscht!

28.08.2012, 10:00 Uhr

Ist doch politisch sinnvoll, sowieso verbotene Drogen zu geiseln, aber die wirkliche Volksdroge vergessen. So hat man wenigstens mal wieder Luft was Sinnloses zu produzieren.
Langfristige Folgen von Alkoholmissbrauch:
Intelligenzverlust
Soziale Ausgrenzung
Persönlichkeitsveränderungen hin zur Agressivität
Depressionen (Alk ist ein Depressivum)
Arbeitsunfähigkeit
Sehbeeinträchtigungen
Gefäßkrankheiten mit Missempfindungen (Ameisen in den Beinen)
Herz- und Kreislaufkrankheiten
Leber - ist ja wenigstens bekannt.
Hirnveränderungen, bis zum Verlust jeglicher Kontrolle, irreversible, also nicht wieder umkehrbar
Bei jedem Rausch werden Millionen Hirnzellen vernichtet, im akuten Rausch weicht die Hirnrinde auf.
Nur mal zur Vollständigkeit.

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