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26.07.2011

14:03 Uhr

CERN-Chef Heuer

Frage nach dem „Gottesteilchen“ bald geklärt

Bis zur Klärung der Frage, ob das auch als „Gottesteilchen“ bekannte Higgs Boson tatsächlich existiert, wird wohl nicht mehr viel Zeit vergehen. Der weltgrößte Teilchenbeschleuniger LHC dürfte das Rätsel bald gelöst haben.

CERN-Chef Rolf-Dieter Heuer. Quelle: dpa

CERN-Chef Rolf-Dieter Heuer.

GenfBeim weltgrößten Teilchenbeschleuniger LHC am Kernforschungszentrum CERN steht ein möglicher Beweis für das „Gottesteilchen“ Higgs Boson bald bevor. Davon ist der Direktor des Genfer Forschungszentrums, Rolf-Dieter Heuer, überzeugt.

„Ich lehne mich aus dem Fenster und prophezeie, dass wir bis Ende des nächsten Jahres genug Daten haben, um die Shakespeare-Frage des Higgs-Teilchens – Sein oder Nichtsein – zu beantworten“, sagte Heuer dem „Tages-Anzeiger“ aus Zürich. Ende 2012 werde feststehen, ob es existiert oder nicht. „Das kann ich behaupten, denn wir wissen, mit welcher Wahrscheinlichkeit dieses Teilchen produziert würde und mit welcher Effizienz die Detektoren es sehen würden.“

In 100 Meter Tiefe im Grenzgebiet zwischen der Schweiz und Frankreich beschleunigen die Teilchenphysiker des europäischen Kernforschungszentrums Protonen und Bleiatomkerne beinahe auf Lichtgeschwindigkeit. Mit großer Wucht prallen die Teilchen im 27 Kilometer langen Ringbeschleuniger, dem Large Hadron Collider (LHC), aufeinander.

Seit März 2010 läuft der LHC stabil bei hoher Energie. Auf jeden Fall sei der LHC eine Entdeckungsmaschine, sagte Heuer. „In einem ersten Schritt hat der LHC die bekannte Physik bestätigt. Alle Elementarteilchen, die wir kennen, konnten wir bei dieser hohen Energie erzeugen, so, wie wir es erwarteten.“

Zwar sei somit bisher im ersten Betriebsjahr noch nichts Neues entdeckt worden. Die Forscher hätten aber erst einen Bruchteil der Daten, weniger als ein Promille, zur Verfügung.

Bisher hätten die Forscher erst ein Zehntel der nötigen Menge an Kollisionen geliefert, um die Higgs-Frage zu beantworten, sagte Heuer. „Das Higgs-Teilchen wäre eine große Entdeckung. Aber eine fast noch größere Entdeckung wäre seine Nichtentdeckung.“

Das Higgs-Teilchen gibt den anderen Teilchen ihre Masse. Es gilt das letzte fehlende Puzzleteil im Standardmodell der Elementarteilchenphysik. „Wenn dieser Grundbaustein aber nicht existiert, dann hätten wir 40 Jahre nach Einführung dieses schönen Modells zum ersten Mal einen echten Bruch entdeckt. Was bliebe, wäre ein großes Loch, und wir müssten etwas anderes finden, um es auszufüllen“, sagte der Wissenschaftler.

Von

dpa

Kommentare (1)

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F3CRx

01.08.2011, 00:26 Uhr

Die von Heuer als "gewissermaßen Neues Elementarteilchen" bezeichneten "Kleinstmöglichen Schwarzlöcher" werden als Produkt des LHC hier mal nicht thematisiert. Dieselben würden ja augenblicklich zerstrahlen (eine reine ANNAHME, ggf. mit Todesfolgen). Schludriger Umgang mit der Wahrheit wird dem Herrn Heuer vorgeworfen werden -

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