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23.09.2011

12:19 Uhr

Cern

Überlichtschnelle Messung stellt Physiker vor Rätsel

Physiker am Teilchenforschungszentrum Cern rätseln über scheinbar überlichtschnelle Teilchen. Noch stellen sie aber nicht Einsteins Relativitätstheorie in Frage, sondern suchen fieberhaft nach dem Fehler in ihrer Messung.

CMS-Detektor am Teilchenforschungszentrum Cern bei Genf. dpa

CMS-Detektor am Teilchenforschungszentrum Cern bei Genf.

Genf/HamburgWinzige Elementarteilchen fliegen im Experiment scheinbar schneller als das Licht. Dies Messergebnis verblüfft die beteiligten Physiker am europäischen Teilchenforschungszentrum Cern in Genf, denn es würde gravierende Folgen für das physikalische Weltbild haben. Sogenannte Neutrinos, ultraleichte Elementarteilchen, scheinen in dem Experiment Opera rund 0,025 Promille schneller zu sein als das Licht, wie das Cern am Freitag mitteilte. Die Lichtgeschwindigkeit gilt nach Albert Einstein als die oberste Geschwindigkeitsgrenze im Universum und ist bislang in keinem Experiment der Welt durchbrochen worden.

„Falls diese Messungen bestätigt werden, könnten sie unsere Sicht auf die Physik verändern“, erläuterte Cern-Forschungsdirektor Sergio Bertolucci in der Mitteilung. „Aber wir müssen sicher sein, dass es keine anderen, banaleren Erklärungen gibt. Das erfordert unabhängige Messungen.“

Die Beobachtung stammt vom Opera-Experiments, dass in einem unterirdischen Labor in den italienischen Abruzzen nach Neutrinos späht, die im rund 730 Kilometer entfernten Cern erzeugt und auf die Reise geschickt werden. Die Flugstrecke der Neutrinos ist nach Cern-Angaben auf 20 Zentimeter genau vermessen. Die rund 2,4 tausendstel Sekunden (Millisekunden) lange Flugzeit lasse sich auf zehn milliardstel Sekunden (Nanosekunden) genau bestimmen. Die Forscher haben die Flugzeit von rund 15.000 Neutrinos gestoppt und damit eine relativ hohe statistische Sicherheit erreicht. Die geisterhaften Elementarteilchen scheinen demnach im Mittel rund 60 Nanosekunden früher aufzutauchen als erwartet.

Kommentare (4)

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acidwater1

23.09.2011, 08:27 Uhr

Erdumdrehung als Rückenwind?

omegalicht

23.09.2011, 08:37 Uhr

Nach Einstein ist alles relativ.
Messungen erfolgen in einem feststehenden System, auch hier kann der Akteur den Versuch beeinflussen.
Überlichtschnell sind auch Versuche in einem Hohlleiter ( Hochfrequenzleitung ).
Es wurden schon Informationen ( z.B Musik )auf Teilchen überlichtschnell übertragen von einem Forscher aus Deutschland.
Überlichtschnell sagt aber auch, die Wirkung kann vor der Ursache liegen .
Ein Wahnsinn !

winti

23.09.2011, 09:05 Uhr

Wirkung vor der Ursache ... naheliegend, weil konstitutiv !

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