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23.12.2014

14:18 Uhr

Comeback von „Philae“ möglich

Warten auf „Tschuris“ Kometenschweif

Von einer Raumsonde begleitet rast „Tschuri“ Richtung Sonne. Experten erwarten spektakuläre Einblicke, wenn sich der Schweif des Kometen bildet. Das Mini-Labor „Philae“ könnte ein Comeback feiern.

In Kometen stecken die wahrscheinlich ältesten weitgehend unveränderten Reste aus der Zeit vor 4,6 Milliarden Jahren, in der sich das Sonnensystem bildete. dpa

In Kometen stecken die wahrscheinlich ältesten weitgehend unveränderten Reste aus der Zeit vor 4,6 Milliarden Jahren, in der sich das Sonnensystem bildete.

Darmstadt„Tschuri“ wird nicht aus den Augen gelassen. Das auf dem Kometen gelandete Mini-Labor „Philae“ ist wegen Strommangels zwar in einem Dornröschenschlaf – die Raumsonde „Rosetta“ beobachtet „Tschuri“ aber weiter. Voraussichtlich im kommenden August ist der Komet der Sonne am nächsten. Auf seinem Weg dorthin wird er mit seinem Schweif auf die zunehmende Hitze reagieren – ein Schauspiel, das noch nie aus dieser Nähe beobachtet wurde.

„Der Komet wird Richtung Sonne sehr viel aktiver werden“, sagt „Rosetta“-Flugdirektor Andrea Accomazzo von der Europäischen Weltraumagentur Esa. „Das wird interessant.“ Von dem kosmischen Brocken, dessen Aussehen mit einer Quietsche-Ente verglichen wird, ist schon bekannt, dass er nach faulen Eiern und Pferdestall riecht. Dies könnte noch überboten werden: „Rosetta“ habe Instrumente dabei, mit denen „Tschuri“ auch erschmeckt werden könne.

In Kometen stecken die wahrscheinlich ältesten weitgehend unveränderten Reste aus der Zeit vor 4,6 Milliarden Jahren, in der sich das Sonnensystem bildete. „Umso wärmer der Bursche in der Nähe der Sonne wird, desto mehr Gase kommen aus seinem Innern. Was aus dem Innern kommt, ist unverändert“, erklärt Gabriele Arnold, „Rosetta“-Wissenschaftlerin am Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin-Adlershof.

Ende Januar soll „Rosetta“ die derzeitige Umlaufbahn verlassen und sich dem Kometen in Tiefflügen bis auf acht Kilometer nähern. Sonde und Lander haben insgesamt etwa 20 Instrumente an Bord. Zu denen „Rosettas“ gehört „Virtis“ vom DLR, an dem Arnold mitarbeitet.

Das Spektrometer soll die Zusammensetzung und die Temperatur der Kometenoberfläche messen und die Gasmoleküle in der Koma um den Kometenkern erfassen. Herausgefunden wurde mit „Virtis“ bereits, dass die Oberfläche nicht nur von Eis, sondern auch von dunklem Staub bedeckt ist.

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