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13.01.2015

10:48 Uhr

Containerschiffe

Giganten auf den Rennstrecken des Welthandels

Das größte Schiff der Welt hat in Hamburg festgemacht. Die „CSCL Globe“ wird diesen Titel wohl nicht lange tragen, denn die Containerschiffe werden immer gigantischer – zu groß für viele Häfen und Wasserwege.

Das weltgrößte Containerschiff "CSCL Globe" beim Einlaufen in den Hafen von Hamburg. dpa

Das weltgrößte Containerschiff "CSCL Globe" beim Einlaufen in den Hafen von Hamburg.

HamburgDas größte Schiff der Welt besucht Hamburg auf seiner Jungfernreise. Nach einer wetterbedingten Verzögerung hat die „CSCL Globe“ am Dienstag im Hamburger Hafen festgemacht. Mit knapp 400 Meter Länge und 58,60 Meter Breite ist der Frachter fast 60 Meter länger als der größte jemals gebaute Flugzeugträger und 130 Meter länger als die „Titanic“. Sagenhafte 19.100 Container (TEU) kann er tragen. Nur einige bereits abgewrackte Supertanker waren in der Vergangenheit noch größer.

Es ist erst gut zwei Jahre her, dass Hamburg die „Marco Polo“ der Reederei CMA CGM als größtes Schiff der Welt begrüßte. Die war auch schon 396 Meter lang und konnte bis zu 16.000 TEU tragen. Dazwischen trug die Triple-E-Klasse der Reederei Maersk den Titel des größten Containerschiffs, mit 399 Meter Länge und 18.270 TEU Tragfähigkeit.

Immer schneller lösen sich die Containerriesen an der Spitze ab. Die „CSCL Globe“ wird ihren Titel auch nicht lange tragen. Schon wartet die Branche auf die erste Bestellung für ein 22.000-TEU-Schiff.

„Aus schiffbaulicher Sicht wäre es kein Problem, in Kürze bereits 24.000-TEU-Frachter zu bauen“, sagt Direktor Jost Bergmann von der technischen Prüfgesellschaft DNV GL. Dazu müssten die Schiffe noch einmal um einen Container-Stellplatz länger werden, um zwei Stellplätze breiter und einen höher.

Schon die „CSCL Globe“ setzte neue Maßstäbe im Containerschiffbau. Noch vor acht Jahren waren die Schiffe der „Emma-Maersk“-Klasse das Maß aller Dinge, und sie blieben es sechs Jahre lang – mit einer Tragfähigkeit von 15.000 TEU.

Nicht nur die technischen Möglichkeiten, sondern vor allem der wirtschaftliche Druck treiben die Entwicklung im Schiffbau voran. Seit Jahren dümpelt die Schifffahrt in der Krise. Es gibt zu viel Frachtraum für zu wenig Ladung; die Überkapazitäten drücken auf die Frachtraten und Erträge der Reedereien. Da sind große Schiffe ein Ausweg, weil sie Kosten sparen helfen.

Von den rund 5100 Containerschiffen auf den Weltmeeren gehörten schon vor einem Jahr 551 in die Klasse der Mega-Carrier mit mehr als 8000 TEU. Der Transport je Container ist damit auf den Rennstrecken des Welthandels zwischen Asien und Europa deutlich günstiger. Allein der Treibstoffverbrauch fällt um 20 Prozent niedriger aus.

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