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17.09.2013

13:58 Uhr

Costa-Bergung

Ein Italien, das funktioniert

VonKatharina Kort

Das Unglückswrack „Costa Concordia“ schwimmt wieder aufrecht. Die Italiener jubeln und beglückwünschen sich zum erfolgreichen Ende der riskanten Bergung. Sie gilt ihnen als Symbol für ein Italien, das funktioniert.

Streicheleinheiten für den Leiter der Bergungsarbeiten, Nick Sloan. Die erfolgreiche Costa-Hebung lässt Italien jubeln. dpa

Streicheleinheiten für den Leiter der Bergungsarbeiten, Nick Sloan. Die erfolgreiche Costa-Hebung lässt Italien jubeln.

MailandUm vier Uhr Morgens ist es soweit: Das Ungetüm hat sich aus den Wogen erhoben und liegt wieder aufrecht im Wasser. Erhoben haben sich auch die Italiener, die dem Spektakel der Bergung der „Costa Concordia“ beiwohnen.  Die Sirenen tönen. Die Inselbewohner jubeln. Der Bürgermeister bricht in Tränen aus.

Den Leiter der Arbeiten, der Südafrikaner Nick Sloane empfängt die Menge in der Dunkelheit wie einen Rockstar. Noch am heutigen Dienstag wird der Ministerpräsident Enrico Letta persönlich eine Delegation der Ingenieure von der Insel Giglio empfangen.

Italien hat endlich wieder einen Grund zu jubeln. Vergessen sind für wenige Stunden die drohende Regierungskrise, die steigende Staatsverschuldung, die Millionen Arbeitslosen. Nach 19 Stunden harter Arbeit haben die 500 Beteiligten das 112.000 Tonnen schwere Wrack des Unglücksschiffs, das im Januar 2012 in der Toskana kenterte, geborgen.

Eine extrem schwierige Operation, für die es bisher keine Beispiele in der Schifffahrtsgeschichte gab. Alles musste eigens für die Concordia entworfen und umgesetzt werden. Um das Schiff zunächst aufzurichten, ohne dass es den Hang hinabgleitet haben die Verantwortlichen sechs Unterwasserplattformen auf rund 1800 Zementsäcken befestigt.

Insgesamt 30 eigens dafür konstruierte mehrere Stockwerke hohe Container-förmige Schwimmkörper gaben dem Schiff den nötigen Auftrieb, um sich aufzurichten und stabilisieren es nun im Wasser. Insgesamt sind für die Bergung 30.000 Tonnen Stahl verbaut worden. Das entspricht dem Vierfachen des Eiffelturms.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

17.09.2013, 14:22 Uhr

"....Sie gilt ihnen als Symbol für ein Italien, das funktioniert...."
Wie kommt es nur, daß ich bei Überschrift und Foto im Kontext an das berühmte Schwarz-Weiß-Foto denken muß, auf dem ein gewisser A.H. einem Volkssturm-Kind in Uniform die Wange tätschelt...kurz vor dem Zusammenbruch, dem endgültigen....

Kaptan_IGLO

17.09.2013, 14:30 Uhr

So ein Bloedsinn!!!!
Die Italianer haben gezahlt, die arbeit ist von :
http://www.theparbucklingproject.com/aziende.php

Ausgefuehrt worden

Account gelöscht!

17.09.2013, 14:45 Uhr

Na, die Arbeit hat eine us-Bergungsfirma erledigt; die us-Reederei bezahlt, der Italiener gibt Salat, Pizza und Sonne.

Da hat sich nichts geändert.

Neu ist nur, daß die Mafia jetzt auch ins Abwrackbusinesss einsteigt....

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