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23.01.2012

17:00 Uhr

Costa Concordia

Wie pumpt man ein Riesenschiff leer?

Die Bergungsfirma Smit will den Unglückskreuzer „Costa Concordia“ leer pumpen, um eine Ölkatastrophe zu vermeiden. Die Aktion scheint für die Fachleute aus den Niederlanden relativ unkompliziert.

Eine Umwelttragödie soll vermieden werden. Daher wollen Bergungsspezialisten die etwa 2300 Tonnen Treibstoff aus dem Wrack der Costa Concordia pumpen. dpa

Eine Umwelttragödie soll vermieden werden. Daher wollen Bergungsspezialisten die etwa 2300 Tonnen Treibstoff aus dem Wrack der Costa Concordia pumpen.

Giglio„Jeder Einsatz ist eine neue Herausforderung“, sagt Martijn Schuttevaer, aber außergewöhnlich schwierig hört sich das geplante Manöver im Hafen von Giglio nicht an. Der Niederländer ist Sprecher der Bergungsspezialisten von Smit, die die etwa 2300 Tonnen an Treibstoff aus dem havarierten Kreuzfahrtschiff „Costa Concordia“ pumpen sollen. Seit Tagen halten sich 35 Arbeiter des Unternehmens auf der Mittelmeerinsel für ihren Einsatz bereit. Es geht darum, eine Umwelttragödie zu vermeiden.

Bislang konnten die Männer in ihren orangenen Overalls nicht mit dem Abpumpen beginnen, ihr gewaltiges Boot mit dem hohen Kran liegt im Hafen vor Anker. Die italienische Einsatzleitung will die Rettungsteams im Inneren des Wracks nicht gefährden. „Dabei können beide Einsätze gleichzeitig stattfinden“, betont Schuttevaer. 1987 hatte Smit die gekenterte Ärmelkanal-Fähre „Herald of Free Enterprise“ geborgen, obwohl im Schiff noch Leichen waren.

Auf der „Concordia“ gibt es praktisch keine Hoffnung auf Überlebende mehr. Möglicherweise zögert der italienische Krisenstab, um nicht den Eindruck zu erwecken, aus den Rettungsmaßnahmen werde endgültig und auch offiziell nur noch eine Mission zur Bergung von Toten.

Als ersten Schritt muss das „Smit Salvage Team“ sicherstellen, dass sich das Schiff nicht zu sehr bewegt. Die Niederländer haben dazu am Wrack Messgeräte angebracht. Diese registrierten - ähnlich wie auch die Sensoren des Zivilschutzes - immer wieder Bewegungen. „Dass sich das Schiff leicht bewegt, ist normal“, erklärt Schuttevaer. Grund zu größerer Besorgnis sieht er im Gegensatz zum Krisenstab nicht.

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