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11.05.2011

11:48 Uhr

Demenz-Forschung

Der ernüchternde Kampf gegen Alzheimer

VonHartmut Wewetzer
Quelle:Tagesspiegel

Wie können sich Menschen vor Demenz schützen? Ginkgo, Vitamin E, Omega-Fettsäuren? Bewiesen ist davon nichts. Forscher versuchen die komplexe Krankheit zu verstehen.

Nach einer Schätzung der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft leben in Deutschland 1,2 Millionen Demenzkranke, von denen zwei Drittel an Alzheimer erkrankt sind. Größter Risikofaktor ist das Alter. Quelle: dpa

Nach einer Schätzung der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft leben in Deutschland 1,2 Millionen Demenzkranke, von denen zwei Drittel an Alzheimer erkrankt sind. Größter Risikofaktor ist das Alter.

BerlinGunter Sachs sah keinen Ausweg mehr. Die Furcht vor dem geistigen Verfall durch die Alzheimer-Demenz trieb den Industriellenerben, Lebemann und Fotografen mit 78 Jahren offenbar in den Suizid. Vielleicht waren es in Wahrheit Depressionen, die Sachs zu seiner Verzweiflungstat veranlassten. Trotzdem zeigt sein Handeln, welch schicksalhafte Bedeutung die Diagnose „Alzheimer“ inzwischen bekommen hat.

Nach einer Schätzung der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft leben in Deutschland 1,2 Millionen Demenzkranke, von denen zwei Drittel an Alzheimer erkrankt sind. 2050 könnten es 2,6 Millionen sein, wenn kein Durchbruch bei der Behandlung erzielt werden kann, warnt die Gesellschaft.

Mit der Frage, welche Risikofaktoren es gibt und wie man Alzheimer vorbeugen kann, hat sich vor kurzem im Auftrag der US-Regierung eine Gruppe unabhängiger Experten beschäftigt. Die Fachleute unter Leitung von Martha Daviglus von der Northwestern University Feinberg School of Medicine durchforsteten dazu die wissenschaftliche Literatur.

Der größte Risikofaktor für Alzheimer ist das Alter. Es lässt sich ebenso wenig beeinflussen wie ein erhöhtes Alzheimer-Risiko, das durch Spielarten des ApoE-Gens bedingt ist. Unübersichtlicher ist die Situation, was die Vorbeugung angeht, also die Frage, ob man sich vor Alzheimer schützen kann.

„Gegenwärtig reichen die Belege nicht aus, um eindeutige Schlussfolgerungen über die Verknüpfung irgendeines veränderbaren Risikofaktors mit der Alzheimer-Krankheit zu ziehen“, lautet das ernüchternde Ergebnis, über das die Forscher im Fachblatt „Archives of Neurology“ berichten. Im Klartext: Ob und wie man sich vor Alzheimer wappnen kann, bleibt vorerst ungewiss.

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